Die Zöliakie-Diagnose kann für viele Betroffene im ersten Moment ein Schock, aber genauso gut Grund zur Freude sein! Nicht wenige haben eine längere Odyssee hinter sich, bei der niemand darauf gekommen ist, was mögliche Schmerzen, Magen- und Darmprobleme und viele weitere bislang ungeklärte Symptome verursacht! Bei anderen Betroffenen wird die Zöliakie eher durch Zufall entdeckt. Und dann steht es auf einmal fest – Diagnose: Zöliakie!
Ein Begriff mit dem man vielleicht nicht gerechnet hat, aber oftmals auch genauso wenig anfangen kann. Viele Betroffene stehen zwar dann mit einer Diagnose da, wissen aber überhaupt nicht, was es bedeutet „Zöliakie zu haben“ oder von nun an glutenfrei leben zu müssen.
Ich selber habe meine Diagnose vor nun über 11 Jahren erhalten. Mein damals behandelnder Hausarzt hat mir in dem Gespräch nur mit auf den Weg gegeben – „Du darfst nun kein Gluten mehr essen!“. Das war ja zumindest schon einmal ein kleiner Hinweis. Aber was das genau bedeutet, habe ich erst im Laufe der Zeit herausgefunden.
Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass mir damals eine kleine „Starthilfe“ wie diese hier enorm geholfen hätte. Tipps, was ich nach der Diagnose zu beachten habe. Wo finde ich Informationen zu meiner Erkrankung und worauf sollte ich achten?
Deine To-Do-Liste für die Anfangszeit
- Bleib ruhig und gib dir Zeit.
Der wichtigste Tipp, den man nach der Diagnose beherzigen sollte, ist: Ruhe bewahren. Am besten machst du dir zunächst einmal einen großen Becher Tee oder Kaffee und lässt das Ganze sacken!
Um ehrlich zu sein, ist das ganze Thema auf den ersten Blick wirklich komplex. Aber keine Sorge – wenn du den Dreh raus hast und dich mit der Thematik befasst, wirst du schnell merken, dass das glutenfreie Leben gar kein Hexenwerk sein muss. Ja, es ist eine Umstellung und wie so oft kann aller Anfang schwierig sein. Du musst dir jedoch immer sagen „Es gibt so viele andere Betroffene, die das schaffen, also schaffe ich das auch!“. Und genauso ist es. Gib dir und der Diagnose Zeit – es ist noch kein (glutenfreier) Meister vom Himmel gefallen!
- Lerne die Basics für das glutenfreie Leben kennen.
Das Wichtigste sind wie in allen Lebenslagen die Basics! Ein fundiertes Hintergrundwissen wird dir deinen Alltag wirklich vereinfachen! Was ist überhaupt Gluten und in welchen Produkten kann es enthalten sein? Welche Lebensmittel darf ich essen und wobei muss ich vorsichtig sein? Worauf muss ich achten, wenn ich Freunde besuche und dort essen möchte und worauf muss ich selbst in meiner Küche achten? Kann ich meine bisherigen Koch- und Backutensilien weiternutzen?
- Lerne die „verbotenen Zutaten“ kennen.
Um es ganz klar zu formulieren, gibt es Zutaten in Lebensmitteln, die von nun an einfach tabu sind! Setze dich mit der Thematik auseinander und lerne die Zutaten kennen, die Gluten enthalten können. Nicht nur Weizen, Roggen und Dinkel enthalten Gluten, sondern auch weitere Getreidearten wie Gerste, Grünkern und Emmer. Mehr Informationen zu dem Thema gibt es hier.
- Lerne Inhaltsstoffe und Zutaten auf Etiketten richtig zu lesen.
Wichtig ist es von nun an die Zutaten deiner Einkäufe zu studieren. Falls auf einem Produkt nicht ausdrücklich „glutenfrei“ steht oder die bekannte durchgestrichene Ähre zu sehen sein, solltest du aufmerksam die Zutatenliste lesen und mit den „verbotenen Zutaten“ abgleichen. Auch wenn es am Anfang ewig dauern kann, kommt mit der Zeit die Routine.
- Lerne andere Betroffene kennen.
Der Kontakt zu anderen Betroffenen, die schon länger glutenfrei leben, kann in der Anfangszeit nach der Diagnose sehr hilfreich sein und ist wirklich Gold wert. Hier kann man seine Fragen stellen und hilfreiche Tipps bekommen. Worauf muss ich der Anfangszeit besonders Acht geben? Was sind die größten „Fehler“, die ich vermeiden sollte? Andere Betroffene findest du über Facebook-Gruppen, Instagram oder über persönliche Blogs.
Wo finde ich glutenfreie Lebensmittel?
Die Suche nach glutenfreien Lebensmitteln ist Gott sei Dank nicht mehr so umständlich, wie die es vor einigen Jahren noch war. Speziell glutenfreie Produkte findest du in Super- und Drogeriemärkten, in einer kleinen Auswahl in Discountern und in Online-Shops. Hier haben wir bereits einige Online-Shops aufgelistet, in denen du glutenfreie Produkte bestellen kannst!
Wo finde ich hilfreiche Informationen?
Es gibt viele Anlaufstellen, wo du Tipps und Informationen über das Leben mit Zöliakie bekommst. Zum einen können das die Homepage der Deutschen Zöliakie Gesellschaft sein, aber auch persönliche Blogs von anderen Betroffenen, die aus ihrem Alltag mit Zöliakie berichten. Auch bei Herstellern glutenfreier Produkte erfahrt ihr viel über Zöliakie, das glutenfreie Leben und findet oftmals auch tolle Rezepte – so wie hier.
Deutsche Zöliakie Gesellschaft (DZG)
Hier seid ihr richtig aufgehoben, wenn ihr generelle Informationen rund um das Thema Zöliakie sucht.
Mein Allergie Portal ist zwar nicht „nur“ auf Zöliakie spezialisiert, bietet aber generell viele Informationen zu unzähligen Unverträglichkeiten, Autoimmunerkrankungen und Allergien. Das Portal bietet medizinische Informationen, praktische Tipps und informiert über allergenfreie Produkte.
Der Zöliakie Austausch ist für viele Betroffene die erste Anlaufstelle nach der Diagnose. Das Austauschportal und die dazugehörigen Facebook-Gruppen dienen dem Austausch von Betroffenen und liefern unheimlich viele Informationen zu allem, was mit dem Leben mit Zöliakie zusammenhängt.
Meine liebsten Blogs von Betroffenen
Glutenfreiereise.at – Jenni ist selbst von Zöliakie betroffen und sieht sich selbst als Mutmacherin! Auf ihrem Blog geht es um das Thema Zöliakie im Allgemeinen und den glutenfreien Alltag.
Lenas glutenfrei – Auf Lenas Blog bin ich selbst vor einiger Zeit durch Zufall bei Instagram aufmerksam geworden. Sie ist nach ihrer Zöliakie-Diagnose zum glutenfreien Backen gekommen und ist für mich die Queen des glutenfreien Brotbackens!
Kochtrotz – Steffi hat zwar keine Zöliakie, entwickelt aber unglaublich viele Rezepte, bei denen auf verschiedene Allergene Rücksicht genommen wird. Wenn ihr auf der Suche nach Rezepten seid, kann ich euch die Seite ans Herz legen!
Trudel – Trudel ist schon fast eine Institution, wenn es um das glutenfreie Backen geht. Nach mehreren Fehldiagnosen hat sie vor 25 Jahren ihre Zöliakie-Diagnose erhalten. Nach dem ersten Schock hat sie angefangen, Rezepte umzuwandeln und ihre glutenfreien Rezepte zu entwickeln.
Tanjas glutenfreies Backbuch – Tanja Gruber hat ihre Zöliakie-Diagnose im Alter von 22 Jahren nach einer jahrelangen Odyssee erhalten. Ihre ersten glutenfreien Backversuche waren wie bei vielen Betroffenen ungenießbar – sie hat sich davon jedoch nicht unterkriegen lassen, sondern immer neue Backversuche gestartet. Gott sei Dank! Die Rezepte kann ich jedem wirklich ans Herz legen!
Glutenfreiumdiewelt – Und natürlich findet ihr auch auf meinem Blog Infos rund um das Leben mit Zöliakie, Rezepte und Reiseberichte. Falls ihr Fragen habt oder euch austauschen möchtet, könnt ihr immer gerne Kontakt mit mir aufnehmen! Sei es per Mail, Instagram oder Facebook!