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Du vermutest, dass eine Zöliakie hinter Deinen Beschwerden steckt? Dann ab in die Arztpraxis! Dort erfolgt bei einem solchen Verdacht zunächst eine Blutuntersuchung, bei der nach speziellen Antikörpern gesucht wird.

Bei Menschen mit Zöliakie schädigt der Verzehr von Gluten die Schleimhaut des Dünndarms. Um beschwerdefrei zu leben, müssen sie sich dauerhaft glutenfrei ernähren. Eine sichere ärztliche Diagnose ist deshalb sehr wichtig – und auch, weil es noch andere Erkrankungen gibt, die durch glutenhaltige Getreide ausgelöst werden können.

Die Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, die in jedem Alter auftreten und sich durch unterschiedlichste Symptome äußern kann. Auslöser ist das Klebereiweiß Gluten, das in Getreidesorten wie Weizen, Roggen oder Gerste enthalten ist. Bei Menschen mit Zöliakie führt der Verzehr glutenhaltiger Lebensmittel zu einer chronischen Entzündung des Dünndarms.

Schleimhautschäden und Nährstoffmängel

Normalerweise verfügt die Dünndarmschleimhaut über Millionen winziger Ausstülpungen. Diese sogenannten Zotten vergrößern die Oberfläche des Dünndarms – und damit auch die mögliche Nährstoffaufnahme. Bei Menschen mit Zöliakie ist die Dünndarmschleimhaut durch die Entzündung so geschädigt, dass die Zotten abflachen und nicht mehr genügend Nährstoffe in den Körper aufgenommen werden. Dadurch kann es zu einer mangelhaften Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen kommen, beispielsweise Vitamin B12, Eisen oder Calcium. Eine unbehandelte Zöliakie kann auch zu Begleiterkrankungen wie Anämie oder Osteoporose führen.

Erst Bluttest, dann Dünndarm-Biopsie

Ernähren sich Menschen mit Zöliakie jedoch strikt glutenfrei, bildet sich die normale Dünndarm-Schleimhaut wieder zurück – und sie können beschwerdefrei leben. Eine sichere ärztliche Diagnose ist deshalb sehr wichtig. Entscheidend für die richtige Diagnose ist allerdings, vor der Untersuchung noch nicht glutenfrei zu essen. Sonst könnte das Ergebnis verfälscht sein. Zur Abklärung eines Verdachts auf Zöliakie erfolgt in der Arztpraxis zunächst ein Bluttest auf Zöliakie-spezifische Antikörper. Damit dieser Test aussagekräftig ist, wird das sogenannte Gesamt-IgA mitüberprüft. Werden Antikörper gefunden, wird zur Absicherung noch eine Dünndarm-Biopsie durchgeführt. Dazu wird endoskopisch eine winzige Schleimhautprobe entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Bei auffälligen Veränderungen der Dünndarm-Schleimhaut steht die Diagnose Zöliakie fest.

Andere getreideassoziierte Erkrankungen

Eine sichere ärztliche Diagnose ist im Fall der Zöliakie auch deshalb sehr wichtig, weil es noch andere Erkrankungen gibt, die durch glutenhaltige Getreide ausgelöst werden:

  • Bei einer Weizenallergie reagiert das Immunsystem auf an sich harmlose Bestandteile des Weizens. Betroffene müssen sich deshalb zwar weizenfrei ernähren, können jedoch problemlos andere glutenhaltige Getreidesorten verzehren.
  • Bei einer Gluten-/Weizensensitivität gehen die Beschwerden mit einer Überempfindlichkeit gegenüber Gluten- oder Weizen-Inhaltsstoffen einher. Wenn Zöliakie und Weizenallergie als Ursachen ausgeschlossen wurden, erfolgt die Diagnose über die Besserung der Beschwerden durch glutenfreie Ernährung.
  • Wurden Zöliakie, Gluten-/Weizensensitivität und Weizenallergie ausgeschlossen, kommt auch das Reizdarmsyndrom als getreideassoziierte Erkrankung in Betracht.  Denn bestimmte Getreidebestandteile zählen zu den sogenannten FODMAPs, die einem empfindlichen Darm Beschwerden bereiten können.