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1. Seit wann lebst Du glutenfrei?

Genau an meinem 18. Geburtstag (vor 7 Jahren) habe ich meine Ernährung umgestellt. Meine Diagnose hatte ich zwei Wochen vorher bekommen und fand das einen guten Startpunkt für mein glutenfreies Leben. Anfangs war es eine echte Challenge für mich Kuchen, Brötchen vom Bäcker und Co. vom einen auf den anderen Tag links liegen zu lassen. Inzwischen muss ich darüber nicht mehr nachdenken und bin im „glutenfreien-Autopilot“ angekommen.

2. Du hast die Diagnose Zöliakie: Was waren deine ersten Symptome?

Ich dachte ursprünglich, dass ich relativ symptomfrei bin. Ich hatte keine klassischen Bauchschmerzen oder Magen-Darm-Probleme. Diese Form nennt sich stille Zöliakie.

Dafür dachte ich bis zu diesem Zeitpunkt, dass eine konstante Müdigkeit durch meinen Eisen- und Nährstoffmangel völlig normal ist. Meinen Energiehaushalt teilte ich mir täglich gut auf und nahm an, dass auch meine Mitmenschen dieses Phänomen kennen. Als ich schließlich meine Ernährung umgestellt hatte, ging es mir viel besser. Mein Energielevel war höher, meine Haare und Nägel wurden stärker und mein Gemüt sonniger. Nie wieder möchte ich zu meinem alten „Energiesparmodus-Ich“ zurückkehren- für kein Brot der Welt.

3. Welche Möglichkeit hat sich für dich durch die Zöliakie ergeben?

2020 habe ich mit meiner Schwester Nina (wir haben beide Zöliakie) den Kanal glutenfreie Schwestern auf TikTok eröffnet, da es bis dahin kaum Content zu glutenfreien Alltagssituationen gab. Uns machte das Videodrehen viel Freude. Zudem haben wir uns zwar untereinander viel ausgetauscht, aber bis dato nur selten mit anderen Zöliakiepatient:innen Kontakt. Die Resonanz war so positiv, dass ich zusätzlich den Instagram Kanal @glutenfreie_schwestern startete, über den ich eine tolle Community gewonnen habe, mit der ich mich täglich austausche. Selbst wenn im Alltag einmal Hindernisse auftauchen (was selbstverständlich ab und zu vorkommt), weiß ich, dass wir viele sind. Für den Rückhalt der glutenfreien Community bin ich sehr dankbar.

4. Über welche Geste oder Reaktion aus deinem Umfeld hast Du dich am meisten gefreut?

Meine Eltern haben sich viel Mühe gegeben, mir und meiner Schwester den Alltag von Anfang an zu erleichtern. Wir haben neue Küchenutensilien gekauft, alle möglichen glutenfreien Produkte ausprobiert und Bücher gewälzt. Meine Mama isst bis heute auch glutenfrei, obwohl sie es nicht muss. Wir nennen sie liebevoll unseren “Ober-Zöli”.

Zudem ist es wirklich sehr geschickt, dass meine Schwester und ich im selben Boot sitzen. Geteiltes Leid ist eben halbes Leid.😊

5. Was möchtest Du in deinem glutenfreien Alltag noch besser machen?

Hmm.. ich würde mich gerne weniger über die Momente aufregen, in denen es mit dem Essen schwierig ist oder nicht klappt. Beispielsweise finde ich Gruppentreffen, spontane Restaurantbesuche oder Geburtstage oft nervenaufreibend. Gerne würde ich den Fokus auf die Situationen legen, bei denen es super funktioniert und auf die Menschen, die sich viel Mühe geben.

6. Was fällt Dir im glutenfreien Alltag besonders leicht?

Viel zu Kochen. Ich liebe frisches Gemüse und empfinde es als entspannend und als eine Art von Self-Care, mich jeden Tag für ein warmes Mittag- oder Abendessen an den Herd zu stellen. Meine ForYou Page auf TikTok und Instagram sind voll mit Kochvideos und ich komme mit dem Speichern von Rezepten, die ich testen will, gar nicht hinterher. Backen ist dagegen manchmal noch eine Hassliebe. Das Endergebnis in den Händen zu halten, ist natürlich ein Traum. Aber ich schaff es noch nicht, ohne die ganze Küche zu verwüsten. Ich arbeite daran. 😉

7. Was ist dein Lieblingsgericht?

Rotes Curry mit Tofu und Reis!!! Das könnte ich täglich essen. Mit frischem Pak Choi, Sprossen und mariniertem Tofu.. hmm ein Traum. Bei den Backwaren greife ich ganz klar auf die gute alte schwäbische Laugenbrezel zurück. Mein Rezept dazu gibt es auch auf der Schär Website (hier geht’s zum Rezept). Ich backe immer eine große Stückzahl und friere dann auf Vorrat ein – das kann ich jedem nur empfehlen!

8. Welches Produkt hast Du immer auf Vorrat zu Hause?

Glutenfreies Mehl zum Pizzabacken (ich schwöre auf das Rezept mit der Universal Mehl Mischung), sowie Pasta in allen Formen und Farben. Der Großteil meiner Pasta-Sammlung stammt dabei aus italienischen Supermärkten, da dort die Auswahl groß ist. Hier greife ich immer ordentlich zu.

9. Und: Ohne welches Produkt gehst Du nicht aus dem Haus?

Einen Riegel und einen Apfel. Von den Riegeln packe ich mir immer einen kleinen Vorrat in alle Taschen. Erst letztens ist es mir aber wieder passiert, dass ich eine andere Tasche als sonst auf der Arbeit dabei hatte - natürlich habe ich an diesem Tag nicht nur den Riegel und den Apfel zuhause vergessen, sondern auch mein vorgekochtes Essen. Bin dann resigniert in der Mittagspause ins Home Office abgezogen. Ohne Essen, ohne mich. Ihr seht: Es läuft mal so, mal so.

10. Du hast die Wahl: Selber kochen, bestellen oder essen gehen?

Ganz klare Sache: Selber kochen. Das macht mir sowohl allein als auch mit Freunden Spaß. Natürlich gehe ich auch ab und zu gerne essen, vor allem zum Italiener meines Vertrauens.

Meine Restaurant-Highlights teile ich danach natürlich auch immer fleißig mit meiner Community. 😊