Hey, ich bin Zoe!
Dieser Blog ist unser glutenfreier Safe Space, wo ich meine Gedanken, Herausforderungen und Erfahrungen der letzten 10 Jahre mit dir teilen möchte. Ich freue mich sehr, dass du dabei bist, und hoffe, dass meine Erfahrungen dir helfen, deinen glutenfreien Alltag zu meistern.
Die Angst, unterwegs nichts zu finden
Wir alle kennen diesen Gedanken: „Was, wenn ich dort nichts zu essen finde?“. Egal, ob es sich um eine Familienfeier, ein Richtfest oder eine betriebliche Weihnachtsfeier handelt – dieser Gedanke hat uns alle schon mal eingeholt. Und natürlich bleibt es nicht bei diesem Gedanken. Plötzlich sind da hundert weitere, die sich um Worst-Case-Szenarien drehen und unser Gedankenkarussell immer weiter mit Angst befeuern.
In genau diesen Momenten ist es wichtig, dass wir uns nicht von diesen Gedanken bestimmen lassen. Denn wenn wir das tun, geben wir der Zöliakie zu viel Macht über unser Leben, unseren Alltag und unsere Lebensqualität. Und ich habe für mich persönlich entschieden, dass ich das nicht möchte. Dennoch ist es völlig normal, dass wir uns in diesen Situationen unwohl fühlen, da wir uns aus unserer glutenfreien Comfort Zone heraus begeben.
Am Ende sind es aber genau diese Momente, die uns die Möglichkeit bieten, an ihnen zu wachsen. Falls du aktuell vor so einer ungewissen Situation stehst, zum Beispiel einer Geburtstagsparty, einer Hochzeitsfeier oder einem Restaurantbesuch und dein glutenfreies Gedankenkarussell schon wieder im vollen Gang ist, kann ich dir einen Tipp geben, der mir immer hilft. Gehe gedanklich einen Schritt zurück, atme mehrmals tief durch und versuche die Situation ruhig und logisch zu analysieren. Oft gibt es für die Probleme, die dich in deinem glutenfreien Alltag beschäftigen, relativ einfache Lösungen. Um diese Lösungen jedoch in die Tat umsetzen zu können, läuft es meistens auf eines hinaus: Planung, Planung und – hab ich schon Planung erwähnt?
Die Herausforderung, vorbereitet zu sein
Das schließt auch die berühmten Notfallpläne von A bis Z ein, die wir uns Zölis im Vorfeld überlegen müssen… „Wenn ich heute früher nach Hause fahre, habe ich noch Zeit, die Zutaten für den Kuchen zu kaufen, diesen schnell zu backen und über Nacht abkühlen zu lassen, damit ich ihn morgen mit ins Büro nehmen kann. So muss ich mich auch nicht ausgeschlossen fühlen, wenn die anderen alle glutenhaltigen Kuchen essen“. Na, kommen dir diese Gedankengänge bekannt vor? Für mich gehören sie mittlerweile fest zu meinem glutenfreien Alltag dazu.
Dank der Zöliakie müssen wir bei scheinbar normalen Alltagssituationen viel mehr mitdenken, vorbereiten und kommunizieren, als Nicht-Betroffene. Und in 9 von 10 Fällen macht es mir ehrlich gesagt nichts aus, all diese Dinge im Voraus zu planen und abzuklären. Doch auch ich habe manchmal diese Momente, in denen ich einfach keine Lust darauf habe, immer vorbereitet sein zu müssen. Der Alltag ist ohnehin oft stressig genug – und dann soll ich auch noch Snacks einkaufen, Restaurants recherchieren und zwanzig Notfallpläne im Hinterkopf behalten? Manchmal wünscht man sich doch einfach das Gefühl von Leichtigkeit zurück. Das Gefühl, endlich wieder spontan und sorglos sein zu können, oder? Sich einfach mal wieder “normal” zu fühlen und das glutenfreie Gedankenkarussell nur für einen kurzen Augenblick ausschalten zu können.
Und weißt du was? Diese Gefühle sind völlig in Ordnung. Es ist absolut okay, dass es dich manchmal nervt, immer den Überblick behalten zu müssen. Das ist einfach menschlich!
Lass diese Gefühle zu, aber lass dich nicht von ihnen bestimmen. Weißt du, was mir in diesen Momenten hilft? Mir bewusst zu machen, dass ich nicht alleine bin. Wir sind viele und andere Zölis haben wahrscheinlich genau in diesem Moment ähnliche Gedanken und Sorgen wie ich. Und wenn du dich mal zu diesen Themen austauschen möchtest, findest du in den sozialen Netzwerken Gleichgesinnte, die verstehen, was du durchmachst. Manchmal hilft es auch, die gedankliche Perspektive ein wenig zu wechseln. Anstatt zu denken: „Ich muss zu diesem blöden Geburtstag und vorher noch so viel planen“, versuche, den Gedanken ins Positive umzukehren: „Wie schön, dass ich Menschen habe, die mich schätzen und Zeit mit mir verbringen wollen“. Klar, die Vorbereitung und der Stress bleiben trotzdem, aber dieser kleine Perspektivwechsel kann trotzdem schon so viel bewirken.
Das Gefühl, unterwegs nicht spontan zu sein
Begegnet mir in meinem glutenfreien Alltag auch immer wieder. Und deswegen möchte ich dir von einer Situation erzählen, die mir aktuell zu schaffen macht. Meine Oma feiert ihren runden Geburtstag und hat alle zu sich in ihre Heimat eingeladen. Glutenfreie Restaurants gibt es dort nicht wirklich. Da ich nicht oft bei dieser Seite meiner Familie bin, haben sie auch kaum Berührungspunkte mit meiner Zöliakie und wissen wenig über die glutenfreie Ernährung. Mein Gedankenkarussell hat also sofort angefangen, sich zu drehen. Aber anstatt mich von meinen Ängsten beherrschen zu lassen, habe ich einen Schritt zurück gemacht und mir Lösungen für meine Probleme überlegt. Wie mache ich das mit dem Frühstück vor Ort? Ich plane, im Supermarkt um die Ecke alles einzukaufen, was ich brauche: glutenfreies Brot, frische Marmelade, Butter, etwas Käse, Obst und Gemüse. Problem gelöst!
Und was ist mit dem Geburtstagskaffee? Wenn alle Kuchen essen, möchte ich auch etwas Tolles essen. Dafür habe ich zwei Pläne. Plan A: Ich kaufe im Supermarkt glutenfreie Kekse oder einen bereits gebackenen Kuchen. Plan B: Ich habe einen Zwischenstopp in einer Stadt eingeplant, wo es eine glutenfreie Bäckerei gibt. Da nehme ich mir einfach Kuchen und Brötchen für die Tage, sowie für die Zugfahrt mit. Was passiert, wenn das Restaurant keine glutenfreien Optionen hat? Salat, Fleisch, Fisch und Kartoffeln gehen fast immer. Das sollte das Restaurant doch wohl hinbekommen? Sollte die Auswahl dennoch mager sein, esse ich einfach vorher einen kleinen Snack, packe mir ein paar Notfall-Leckereien in die Tasche ein und gönne mir nach dem Essen in der Unterkunft eventuell noch etwas zu Essen. Du siehst also, für jeden negativen Gedanken, finde ich eine relativ einfache Lösung. Und weißt du was? Wenn ich das schaffe, dann schaffst du es erst recht!
Gemeinsam stark im glutenfreien Alltag
Ich hoffe ich konnte dir heute zeigen, dass du mit deinem glutenfreien Gedankenkarussell nicht alleine bist. Es ist völlig in Ordnung, negative Gedanken zu haben und sich manchmal überfordert zu fühlen. Lass diese Gefühle zu, aber lass dich nicht von ihnen bestimmen! Nimm kurz Abstand von deinen Sorgen und suche nach pragmatischen Lösungen – oft sind sie näher, als du denkst. Hier kann auch ein Austausch mit Gleichgesinnten unglaublich hilfreich sein, um sich gegenseitig zu unterstützen und zu ermutigen. Was sagst du, lesen wir uns beim nächsten Mal wieder? Ich würde mich auf jeden Fall freuen, denn so viel kann ich schon mal verraten: es wird vorweihnachtlich! Falls du noch Fragen zu diesem Blogpost oder zu deinem glutenfreien Alltag im Allgemeinen hast, schreib mir einfach eine Nachricht über den Schär Instagram-Account (@schaer_glutenfrei). Ich freue mich immer über den Austausch mit dir!
Bis zum nächsten Mal!
Deine Zoe