Zöliakie ist eine dauerhafte Unverträglichkeit des Organismus gegenüber Gluten. Sie kann aber auch als eine Autoimmunerkrankung angesehen werden, die durch das Klebereiweiß Gluten in Getreidearten wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Couscous und Grünkern ausgelöst wird. Neben dem Gluten als Antigen sind die genetische Veranlagung und weitere, zum Teil noch unbekannte Faktoren Voraussetzung für die Entstehung der Glutenunverträglichkeit. Zöliakie gehört zu den weltweit am weitesten verbreiteten chronischen Erkrankungen. In Europa, Nordafrika und Gebieten, wo ein Großteil der Bevölkerung europäischer Abstammung ist (Australien, USA, Kanada), beträgt die Häufigkeit von Zöliakie etwa 1%. Die einzige wissenschaftlich anerkannte Therapie ist die lebenslange, strikte glutenfreie Ernährung.
Zöliakie
Weizenallergie
Die Weizenallergie ist eine krankheitsbedingte Abwehrreaktion des Körpers auf verschiedene Proteine im Weizen. Eine Sensibilisierung über die Atemwege durch das Einatmen von Getreidestaub führt zum sogenannten Bäckerasthma. Kommt es jedoch durch den Verzehr von Weizen zu einer Sensibilisierung im Magen-Darm-Trakt, kann dies zu einer klassischen Nahrungsmittelallergie vom Typ lgE führen. Bei Kindern ist Weizen eines der Hauptallergene. Bei Erwachsenen tritt diese Allergie seltener auf, da sie in den meisten Fällen bis zum Erreichen des Schulalters wieder verschwindet. Wie bei der Zöliakie ist die einzig wirksame Therapie eine strikte Vermeidung des auslösenden Allergens, wobei aufgrund der Ähnlichkeit der Allergene sehr oft nicht nur Weizen, sondern auch Wildweizen, Hartweizen, Kleindinkel, Emmer, Kamut, Wilddinkel, Dinkel und Grünkern ausgeschieden werden sollten.
Bei einer Weizenallergie muss Weizen gemieden werden, bei Zöliakie alle glutenhaltigen Getreidearten und deren Derivate.