Die ersten Tage nach der Diagnose
Nach meinem Arztbesuch bin ich schnurstracks in den Supermarkt gegenüber gegangen. Verzweifelt und völlig planlos habe ich nach glutenfreiem Brot und anderen glutenfreien Lebensmitteln Ausschau gehalten. Wie verloren stand ich vor den Regalen und drehte jedes Produkt um. „Was ist überhaupt Gluten?“, „Wie erkenne ich denn, dass ein Produkt glutenfrei ist?“, „Kann ich das überhaupt noch essen?“ – Fragen, die mich in der Anfangszeit ständig begleitet haben. Ich verließ den Laden mit einem trockenen Reisbrot und einem dicken Kloß im Hals.
Google fragen, Inhaltsstoffe lesen, die durchgestrichene Ähre suchen. Ich war überfordert, frustriert und irgendwie müde. Müde von all dem Neuen, den ständigen Fragen und der Unsicherheit. Die nächste Zeit war so etwas wie ein Schwebezustand. Ich wusste weder vor, noch zurück. Manchmal war ich einfach nur planlos, manchmal völlig verzweifelt. Glutenfrei – für immer? Was ist mit dem spontanen Essen gehen, mit dem Sonntagsbrunch bei Freunden, mit dem Bäcker um die Ecke? Worauf muss ich jetzt in der Küche achten? Und was ist, wenn ich Fehler mache?
Was mich am meisten überraschte: wie emotional dieser Weg war. Es ging nicht nur ums Essen. Es ging um Gewohnheiten, um Erinnerungen, um Geschmack. Essen ist so viel mehr als Nährstoffaufnahme – es ist Genuss, Beisammensein und oft auch eine Selbstverständlichkeit. Aber das merkt man erst dann, wenn man nicht mehr unbesorgt hier und da zugreifen kann. Plötzlich muss man all das neu definieren und lernen. Besonders am Anfang fühlte ich mich ausgeschlossen – vom Essen, von Normalität, von Unbeschwertheit.
Meine ersten Lichtblicke
Auch wenn ich die Diagnose von Anfang an akzeptiert habe, ist es mir dennoch schwergefallen mich mit meinem neuen Leben zu arrangieren. Ich musste so viel lernen und verstehen. Nach und nach habe ich dann angefangen, meine Fühler auszustrecken. Während das Angebot an Informationen damals noch recht klein war, ist die glutenfreie Bubble mit der Zeit enorm gewachsen. Instagram, Blogs, Foren und informative Seiten wie die von Schär machen den Einstieg in das glutenfreie Leben leichter. Die Erfahrungen von anderen Betroffenen, leckere glutenfreie Rezepte oder einfach nur die Möglichkeit, ganz offen über die Herausforderungen sprechen. Die Herausforderungen, die dieses neue Leben mit sich bringt.