AutorIn: Fabienne Engel von freiknuspern
Neuer Monat - neuer FoodFactFriday! In der monatlichen Reihe stelle ich euch bestimmte Lebensmittel und ihre Besonderheiten etwas genauer vor. Heute geht es um Buchweizen!
Anders als der Name es zunächst vermuten lässt, ist Buchweizen kein Getreide. Denn genau wie Quinoa und Amaranth zählt Buchweizen zu den Pseudogetreidesorten und gehört zur Familie der Knöterichgewächse. Die Buchweizenpflanze ist sehr genügsam, wächst schnell und dicht und erinnert deshalb optisch an eine Wildpflanze. Ursprünglich stammt der Buchweizen wohl aus Asien. In Russland und asiatischen Ländern wird er noch heute sehr viel verwendet, doch seit einigen Jahren ist er auch in der Mittel- und westeuropäischen Küche angekommen. Mittlerweile gibt es bei uns auch regionalen Buchweizen aus Deutschland oder Österreich zu kaufen, was ich ganz toll finde.
Die dreieckigen Buchweizensamen erinnern von der Form her an Bucheckern, nur sind sie sehr viel kleiner als diese. Buchweizen hat einen ganz besonderen Eigengeschmack. Nussig, herb, leicht bitter und insgesamt kräftig im Geschmack. Zugegebenermaßen ist Buchweizen meiner Erfahrung nach Geschmacksache, die einen mögen den besonderen Eigengeschmack und die anderen nicht.
Was zeichnet Buchweizen aus?
Wie die anderen Pseudogetreidesorten, bringt auch Buchweizen ein eigenes Vitamin- und Nährstoffpaket mit sich. So soll er beispielsweise reich an Eisen, Kalium, Magnesium, Vitamin E und B-Vitaminen sein. Zudem soll er deutlich mehr Lysin (Eiweißbaustoff) als andere Getreidesorten enthalten, was ihn sehr eiweißreich macht.
In welchen Formen gibt es Buchweizen?
Buchweizen ist eines dieser Lebensmittel, die ich erst durch meine glutenfreie Ernährung kennengelernt habe. Ich glaube, dass ich in Form von Mehl damals das erste Mal auf Buchweizen aufmerksam geworden bin. Denn zu Beginn der Umstellung auf die glutenfreie Ernährung, habe ich mich als erstes über Mehlalternativen schlau gemacht, da ich schon damals gerne und regelmäßig gebacken habe.
Neben dem Mehl, kann man Buchweizen natürlich auch als ganzes Korn kaufen. Zudem gibt es Buchweizenflocken und Buchweizengrieß, was sich gut zum Backen, für die Frühstücksbowl oder für süße Speisen eignet. Besonders gerne mag ich auch gepufften Buchweizen. In dieser Form eignet er sich nicht nur für selbstgemachtes Granola, sondern auch als tolle Base für No Bake-Snackrezepte.
Wichtiger Hinweis
Wenn du von Zöliakie betroffen bist, solltest du Buchweizen entweder ausschließlich glutenfrei deklariert kaufen, oder den Packungsinhalt sehr genau durchschauen, ähnlich wie das auch bei Linsen der Fall ist. Denn durch Anbau und Verpackungsabwicklungen können sich bei Buchweizen glutenhaltige Getreidesorten in die Packungen verirren. Daher solltest du auch bei anderen Produkten, in denen Buchweizen weiterverarbeitet wird, immer auf die glutenfreie Deklaration achten. Dazu zählen gepuffter Buchweizen, Buchweizenflocken, Buchweizenmehl etc.. Die Buchweizenkörner sollten vor dem Kochen übrigens auch immer gut gewaschen werden.
Was bereite ich damit am liebsten zu
Am häufigsten verwende ich Buchweizen aktuell in Form von Mehl. Für die wenigsten Rezepte setze ich jedoch ausschließlich auf Buchweizenmehl, meist kombiniere ich noch ein anderes glutenfreies Mehl dazu. Buchweizen (ohne Kombination mit anderen Mehlen) hat für mich keine super gute Binde- und Quelleigenschaften, wodurch die glutenfreien Backwaren trocken und/oder porös werden. Außerdem ist der starke Eigengeschmack recht dominant, weshalb ich mir meine Backwaren manchmal etwas neutraler im Geschmack wünsche. Doch als kleine geschmackliche Besonderheit setze ich Buchweizen zu einem gewissen Teil auch sehr gerne in meinen Backwaren ein.
Für eines unserer Lieblingsrezepte braucht es jedoch nur Buchweizenmehl und etwas Wasser. Daraus bereiten wir schnell gemachte Buchweizenpfannkuchen zu, die man sowohl süß als auch herzhaft befüllen und servieren kann. Die ganzen Buchweizenkörner verwende ich gerne als crunchy Topping auf Salaten, Suppen oder im Müsli. Dafür röste ich die Körner gerne in einer Pfanne ohne Fett an. Sie bringen dann nicht nur Crunch, sondern auch ein tolles Aroma mit in die Speisen.
Die ganzen Körner lassen sich jedoch auch wunderbar als Alternative zu Reis einsetzen. Ich koche ihn also auch ganz gerne ähnlich wie Reis, bis er nur noch leichten Biss hat. Dann serviere ich ihn zu Currys oder Eintöpfen. Er eignet sich in dieser Form auch wunderbar als Base für eine gemischte Bowl oder als Suppeneinlage.
Buchweizenflocken kombiniere ich gerne mit anderen glutenfreien Flocken als Basis für meinen Porridge oder mein selbstgemachtes Müsli. Auch hierbei setze ich Buchweizen selten „alleine“ ein, sondern kombiniere andere Flocken dazu. Einfach damit der Geschmack ausgewogen bleibt. Die Flocken arbeite ich auch gerne in Bratlinge, vegane Frikadellen oder Gemüsepuffer ein, meist braucht es dann auch kein zusätzliches Mehl.
Auch in einigen der Schär-Produkte ist Buchweizenmehl enthalten. Im dunklen Knusperbrot und in den Mehrkornbrötchen steckt zum Beispiel auch Buchweizenmehl, was für einen besonderen und leicht nussigen Geschmack sorgt. Vielleicht nutzt du ja bereits Buchweizen in deinem glutenfreien Alltag. Ansonsten bist du jetzt vielleicht auf den Geschmack gekommen und probierst dieses spannende Pseudogetreide auch mal aus.
Deine Fabienne