Folgeuntersuchungen werden empfohlen, um das Auftreten von Mangelerscheinungen oder Komplikationen zu vermeiden oder um die Einhaltung der Diät zu überprüfen (dies zeigt an, wie gut sich die Betroffenen an die glutenfreie Ernährung gehalten haben).
Grundsätzlich werden Nachuntersuchungen 3-4 Monate und 1 Jahr nach der Diagnose empfohlen. Danach werden die folgenden Untersuchungen einmal jährlich (lebenslang) empfohlen:
- Klinische Untersuchung: Gewicht, Größe, BMI, bei Kindern Pubertätsstatus, allgemeines Wohlbefinden
- Labortests sollten das Vorhandensein von Mikronährstoff-Malabsorption beurteilen, einschließlich vollständigem Blutbild, Eisenstatus, Folsäure, Vitamin B12, Kalzium, Phosphat, Vitamin D und sollten begleitende Autoimmunerkrankungen (Schilddrüsen-stimulierendes Hormon und Serumglukose) und Leberstörungen (Aspartat-Aminotransferase/Alanin-Aminotransferase) überwachen. Sollte bei den Kontrolluntersuchungen eine auffällige Gewichtszunahme festgestellt werden, empfehlen wir die Durchführung von Stoffwechseluntersuchungen ersten Grades (Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin, Triglyceride, Glukose).
- Überprüfung der Diät
- Eine Biopsieuntersuchung ist erforderlich, wenn die Symptome trotz einer strengen GFD fortbestehen oder bei Patienten, die zusätzliche „Red Flag“-Symptome entwickeln. Bei Erwachsenen mit einer schweren Ersterkrankung, insbesondere bei über 40-Jährigen, ist es sinnvoll, 1-2 Jahre nach Beginn der GFD eine Nachfolgebiopsie durchzuführen, um die Heilung der Schleimhäute zu beurteilen. Darüber hinaus ist eine Folgebiopsie die einzige Möglichkeit, bei Patienten mit seronegativer Zöliakie ein Ansprechen auf GFD zu bestätigen.
- Eine Knochendichtemessung sollte von Menschen mit einem hohen Osteoporoserisiko (Frauen) oder von Menschen über 55 Jahren durchgeführt werden.
Bei nahen Verwandten von Zöliakiebetroffenen (Kinder, Geschwister, Eltern) ist die Prädisposition für Zöliakie höher (etwa 10 %) als in der Allgemeinbevölkerung. Es wird daher empfohlen, bei nahen Verwandten eine serologische Analyse durchzuführen oder eine HLA-DQ2- und HLA-DQ8-Genotypisierung vornehmen zu lassen. Der Genotyp gibt Aufschluss darüber, ob die untersuchte Person eine genetische Veranlagung für Zöliakie hat oder nicht.