Hey, ich bin Zoe!
Dieser Blog ist unser glutenfreier Safe Space, wo ich meine Gedanken, Herausforderungen und Erfahrungen der letzten 10 Jahre mit dir teilen möchte. Ich freue mich sehr, dass du dabei bist und hoffe, dass meine Erfahrungen dir helfen, deinen glutenfreien Alltag zu meistern.
Für mehr Awareness im Alltag
Schön, dass du wieder hier bist! Besonders jetzt im Mai, unserem Monat – dem Zöliakie-Awareness-Monat. Und da dieser Monat dazu da ist, die Gesellschaft, noch nicht Diagnostizierte und andere Zölis weiter über diese Autoimmunerkrankung, Symptome und persönliche Erfahrungen aufzuklären, möchte ich heute meinen Teil dazu beitragen. Deswegen geht es im heutigen Artikel um meine „Top 3” Glutenunfälle und was ich aus ihnen gelernt habe. Denn mit jedem einzelnen Unfall kamen nicht nur Bauchschmerzen oder niederschmetternde Gedanken, sondern auch jede Menge Learnings für meinen glutenfreien Alltag. Was genau haben Risotto, eine Papiertüte und eine Fritteuse damit zu tun? Das erzähle ich dir jetzt.
Platz 3 - Das Risotto des Grauens
Eine Situation, über die ich mich immer noch maßlos ärgere, obwohl sie schon eine Weile her ist, ist das „Risotto des Grauens", wie ich es liebevoll getauft habe. Wir waren zum Hochzeitstag meiner Eltern in einem Restaurant essen, das wir zuvor noch nie besucht hatten. Alles sollte super schön werden, doch irgendwie war von Anfang an der Wurm drin. Der Tisch war weder festlich dekoriert noch schön gelegen und das Personal kannte sich überhaupt nicht mit Allergenen und Rezeptzutaten aus (was ich zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wusste). Ich entschied mich für ein Gericht mit Risotto, obwohl ich von einer Zutat vorher noch nie gehört hatte: Graupen. Also fragte ich die Kellnerin, ob Graupen glutenfrei sind. Da sie mir die Frage nicht beantworten konnte, bat ich darum, den Koch zu fragen. Sie kam nach ein paar Minuten zurück an unseren Tisch und verkündete, dass Graupen glutenfrei seien. Also vertraute ich beiden und bestellte das Risotto. Schon beim Essen merkte ich, dass etwas nicht stimmte. So, als ob mein Körper sich gegen das Risotto wehren würde. Spoiler: Graupen sind nicht glutenfrei. Graupen sind Weizen oder Hartweizenprodukte, auch bekannt als Gerstengrütze. Und wie du sicherlich weißt, ist Gerste eine der 15 verbotenen Zutaten. Eine Übersicht über diese Auflistung findest du übrigens hier beim Zöliakie-Austausch Link. Der Abend war dann relativ schnell gelaufen, da ich mit heftigen Symptomen reagiert habe. Nach mehreren Toilettengängen bin ich völlig erschöpft ins Bett gefallen, wo sich sofort meine Gedanken gemeldet haben. „Warum hast du nicht gegoogelt, was Graupen sind?”, „Wieso hast du dich auf das Personal verlassen?”, „Warum hast du überhaupt ein Gericht mit einer unbekannten Zutat bestellt?” oder „Wie kann man so fahrlässig sein und in der Gastronomie Falschaussagen über Allergene machen!?”. Ich habe mich so schlecht gefühlt und war verdammt wütend. Wütend auf mich selbst, meine Unwissenheit und mein blindes Vertrauen, aber auch wütend auf das Personal und die schlechte Schulung in der Gastronomie.
Mit etwas Abstand betrachtet würde ich sagen, dass hier beide Seiten falsch gehandelt hatten und alle mehr Aufklärung brauchen. So ärgerlich und schmerzvoll dieses Erlebnis auch war: Ich bin noch immer dankbar für diesen Glutenunfall. Denn daraus habe ich gelernt, dass ich unbekannte Zutaten immer nachlese, mich nie auf die Kennzeichnung in den Allergenkarten verlasse und die Aussagen vom Personal kritisch und situationsabhängig auf ihre Richtigkeit überprüfen muss.