Kommunikation ist das A und O
Die Diagnose und die damit verbundenen Änderungen in deiner Ernährung sind am Anfang nicht nur für dich neu, sondern auch für deine Freunde und Familie. Es ist daher wichtig, dass du genau kommunizierst, was dir von nun an wichtig ist und worauf sie achten sollten. Ebenfalls ist es wichtig, dass du immer wieder aufklärst und versuchst ins Gespräch zu gehen, um dein Umfeld mit der Zöliakie und der glutenfreien Ernährung vertraut zu machen. Ich bin mittlerweile super dankbar für mein Umfeld, denn tatsächlich nehmen mich all meine Herzensmenschen ernst und versuchen, mich auf mich einzustellen. Freunde oder Familienmitglieder, die das nicht für mich getan haben, zählen heute nicht mehr zu meinem näheren Umfeld. Ich bekomme heute beispielsweise Fotos von glutenfreien Produkte per Whatsapp zugeschickt wenn meine Mädels im Urlaub sind, einige meiner Freunde haben mittlerweile ein eigenes glutenfreies Snack-Fach zu Hause und meine Eltern nehmen die Sache mit der Kreuzkontamination so ernst, dass sie sich komplett glutenfrei ernähren und vorher alles reinigen, wenn ich für längere Zeit zu Besuch bin. Ohne eine ständige Kommunikation und Aufklärung auf Augenhöhe wären all diese Dinge vermutlich nie passiert. Trau dich also, für dich einzustehen und sprich deine Wünsche bei deinen Liebsten an.
Alle Gedanken sind erlaubt
Ich glaube jede Person die Zöliakie hat folgende Dinge schon mindestens einmal gefühlt: Auf den eigenen Körper wütend sein und sich wünschen, dass dieser einfach normal funktionieren würde, sauer auf sich selbst und andere an einem Glutenunfall beteiligte Personen zu sein, oder Angst vor den Auswirkungen und Symptomen eines Glutenunfalls zu haben. Es kann gar nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen sein. Erst recht nicht unmittelbar nach einem Glutenunfall. Sich in diesen Momenten emotional, verletzlich und traurig zu fühlen, ist normal. Auch sich selbst zu bemitleiden, selbstkritisch und sauer zu sein, ist normal. All diese Gedanken gehören genauso zu deinem New Normal, wie zum Beispiel die Frage nach der Kreuzkontamination oder das Durchlesen der Zutatenliste eines Produkts. Und seitdem ich das verstanden habe, fällt es mir auch viel leichter, die schwierigen Situationen und nicht so schönen Tage mit der Zöliakie zu meistern. Es ist okay, sich die Zeit zu nehmen und all die negativen Gefühle zuzulassen und zu verarbeiten, solange du dich nicht davon runterziehen und einschränken lässt! Jeder Glutenunfall hat etwas Gutes, denn du kannst daraus lernen und es beim nächsten Mal besser machen. Auch sich in sozialen Situationen wie der Geburtstagsparty einer Freundin ausgeschlossen zu fühlen hat etwas
positives an sich: nächstes Mal bist du besser vorbereitet und bringst vielleicht sogar einen glutenfreien Kuchen für alle Partygäste mit. All diese Learnings helfen dir am Ende dabei dich besser in deinem glutenfreien Alltag zurechtzufinden und soziale Events selbstbewusst zu meistern. Glaub mir, es lohnt sich. Denn mehr Freiheit und Spontanität bekommst du in deinem glutenfreien Alltag nur, wenn du deine glutenfreie Comfort Zone verlässt und dich neuen Situationen stellst.
Finde deinen glutenfreien Safe Space
Ich hoffe sehr, dass dir meine Learnings für deinen eigenen glutenfreien Alltag weiterhelfen können und du dich nicht mehr so allein mit deiner Zöliakie fühlst. Denk immer dran: Nur, weil du in deinem näheren Umfeld vielleicht keinen anderen Zöli kennst, bedeutet das nicht, dass du allein bist. Wir sind viele und nur gemeinsam können wir uns gegenseitig unterstützen und in unserer glutenfreien Bubble einen Safe Space kreieren. Falls du noch auf der Suche nach so einem Safe Space für deine Fragen und Probleme bist, dann schau gerne bei meinen Social-Media-Kanälen vorbei. Neben Tipps und Tricks für den glutenfreien Alltag und persönlichen Geschichten gibt es dort auch leckere Rezepte und Austausch auf Augenhöhe.
Alles Liebe,
Deine Lynn
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