Laktoseintoleranztest: Was du darüber wissen musst
Laktoseintoleranz ist eine Form von Unverträglichkeit, bei der der Körper nicht in der Lage ist, Laktose – eine in Milch und Milchprodukten enthaltene Zuckerart – zu verdauen. Der sogenannte Milchzucker wird nicht oder nur unzureichend gespalten, da dem Körper das zuständige Enzym Laktase fehlt.
Laktoseintoleranz ist die häufigste Nahrungsmittelunverträglichkeit. Für einige bedeutet das, dass sie Milchprodukte zu sich nehmen können, ohne danach ernsthafte Beschwerden zu bekommen. Bei anderen hingegen verursacht die Laktoseintoleranz schmerzhafte Symptome, sodass sie besser alle Milchprodukte und Lebensmittel, die Milch und Milchprodukte enthalten, meiden sollten.
Woran du erkennen kannst, ob du laktoseintolerant bist
Laktoseintoleranz wird durch einen Mangel am Enzym Laktase verursacht, welches die Laktose im Dünndarm abbaut. Laktose, die nicht verdaut wird, gelangt in den Dickdarm, wo sie einerseits osmotisch wirkt, d.h. sie zieht Wasser in den Darm, und andererseits von Bakterien vergoren wird. Dies wiederum führt zu einer Verflüssigung des Stuhls und Gasbildung im Darm.
Zu den klassischen Symptomen der Laktoseintoleranz gehören Blähbauch, Blähungen, Durchfall, Magenkrämpfe, Magenschmerzen, Magengeräusche und Übelkeit.
Wenn du glaubst, dass der Verzehr von Milch oder anderen laktosehaltigen Produkten wie Käse, Joghurt, Eiscreme, Shakes und Smoothies einige dieser Symptome bei dir auslöst, solltest du einige Wochen lang beobachten, was du isst und was danach mit deinem Körper geschieht. Durch das Führen eines Ernährungs-Tagebuchs und das Dokumentieren deiner Symptome kannst du vielleicht Muster erkennen, die deiner Ärztin oder deinem Arzt dabei helfen, die Ursache deiner Symptome einzugrenzen.
Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, wenn du vermutest, dass du laktoseintolerant bist. Er wird dir möglicherweise dazu raten, einige Wochen lang auf Laktose zu verzichten, d.h. laktosefreie Milch zu trinken, Milchprodukte zu meiden und zu beobachten, ob deine Symptome anhalten oder verschwinden. Denk daran, dass Laktose nicht nur in Milch enthalten ist, sondern auch als Zutat in vielen verarbeiteten Lebensmitteln vorkommt.
Verschiedene Arten des Laktoseintoleranztests
Ob du nun sicher bist, dass du an einer Laktoseintoleranz leidest, oder es nur aufgrund deiner Beobachtungen vermutest: Gewissheit bekommst du nur durch einen medizinischen Test. Geh zu deiner Ärztin oder deinem Arzt und besprich deine Symptome mit ihm.
Die Symptome der Laktoseintoleranz können denen anderer Erkrankungen wie dem Reizdarmsyndrom und der Zöliakie ähneln, aus diesem Grund ist der Laktoseintoleranztest und eine professionelle Diagnose besonders wichtig.
H3 Wasserstoff-Atemtest
Der Wasserstoff-Atemtest ist der Goldstandard in der Diagnosestellung der Laktoseintoleranz. Der Test nutzt den Mechanismus, dass unverdaute Zuckermoleküle in den Dickdarm gelangen und hier von Bakterien abgebaut werden. Dabei entsteht unter anderem Wasserstoff, der über die Lunge ausgeschieden wird.
Es ist besonders wichtig, dass du dich vor dem Test an die Diätvorschriften hältst. Dies kann z.B. bedeuten, dass du vor deinem Termin 24 Stunden auf Milchprodukte und bestimmte Lebensmittel verzichten und 12 Stunden vor dem Termin fasten musst. Beim Atemtest selbst musst du in einen ballonartigen Beutel atmen. Diese Atemprobe wird anschließend analysiert, um so den Wasserstoffgehalt in Teile pro Million (Parts per Million, ppm) zu bestimmen.
Anschließend wird dir eine Laktoselösung zum Trinken gegeben. Dein Atem wird dann in den folgenden Stunden regelmäßig getestet, um festzustellen, ob sich der Wasserstoffgehalt ändert. Steigt der Wasserstoffgehalt in deiner Atemluft nach etwa
1-4 Stunden um mehr als 20 Teile pro Million über den Ausgangswert der ersten Messung, ist es wahrscheinlich, dass du laktoseintolerant bist.
Laktosetoleranztest
Bei einem Laktosetoleranztest musst du eine Laktoselösung oder ein großes Glas Milch trinken, anschließend wird dir eine Blutprobe entnommen. Das Blut wird daraufhin untersucht, wie viel Blutzucker (Glukose) es enthält. Bei einer Laktoseintoleranz steigt dein Blutzuckerspiegel entweder sehr langsam oder gar nicht an, was darauf hindeutet, dass dein Körper nicht in der Lage ist, Laktose in Glukose aufzuspalten. Dieser Test wird heutzutage jedoch eher selten durchgeführt.
Laktoseintoleranz-Gentest
Mit diesem einfachen Gentest, bei dem eine Blutprobe entnommen oder ein Wangenabstrich vorgenommen wird, lässt sich feststellen, ob eine genetische Veranlagung für eine Laktoseintoleranz vorliegt. Dieser Test ist für die Betroffenen bequemer, aber auch deutlich teurer.
Was tun bei einer Laktoseintoleranz?
Wenn bei dir eine Laktoseintoleranz diagnostiziert wurde, musst du je nach Beschwerdebild auf eine laktosearme oder laktosefreie Ernährung umstellen. Es kann vorkommen, dass die Laktoseintoleranz eine vorübergehende Folge einer Infektion oder eines Darmproblems ist. In diesem Fall kannst du versuchen, Laktose zu einem späteren Zeitpunkt wieder in deine Ernährung zu integrieren – jedoch nur unter Aufsicht deines Arztes.
Wenn du auf Milchprodukte verzichtest, solltest du darauf achten, dass deine Ernährung ausreichend Kalzium und Vitamin D enthält – wichtige Nährstoffe für die Knochengesundheit. Kalzium kommt besonders in bestimmten Mineralwassern, Nüssen, angereicherten Fruchtsäften und grünem Blattgemüse vor. Relativ hohe Vitamin D-Konzentrationen sind in Fleisch – besonders Innereien wie Leber – Meeresfischen sowie Eiern enthalten.
Eine wahre Geschichte. Von Eleonora Paneamoreceliachia.
„Während der Weihnachtsferien besuchte ich meine Heimatregion Apulien im Südosten Italiens. Wie immer wollte ich viel von dem lokalen Mozzarella essen, aber da bei mir einige Monate zuvor eine Laktoseintoleranz diagnostiziert worden war, musste ich leider nein sagen. Ich hatte schon seit einiger Zeit den Verdacht, dass ich laktoseintolerant bin, meine Beschwerden aber auf andere Probleme wie Stress, Grippe und Müdigkeit geschoben – bis ich den Laktoseintoleranztest gemacht habe. Ehrlich gesagt, hatte ich keine Ahnung, was mich dabei erwartet. Deshalb möchte ich Ihnen gerne von meinen Erfahrungen berichten und Ihnen erzählen, wie der Test abläuft. Mit der Überweisung meines Arztes machte ich einen Termin beim Krankenhaus in meiner Nähe. Ein paar Tage später erhielt ich eine E-Mail mit allen Details. Die gute Nachricht war, dass der Laktoseintoleranztest wirklich sehr einfach durchzuführen ist.
Wie der Name schon vermuten lässt, basiert der Laktose-Atemtest auf einer Analyse der Atemluft. Er dauert etwa drei Stunden, es gibt jedoch ein paar Dinge, die beachtet werden müssen. In der E-Mail, die ich erhielt, wurde ich gebeten, zwei Wochen vor dem Test keine Antibiotika einzunehmen und eine Woche vorher keine Abführmittel zu nehmen. In den 24 Stunden vor dem Test sollte ich keine Lebensmittel mit hohem Ballaststoffgehalt wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Tomaten oder Kleie essen und auch Milch und Milchprodukte (Käse, Eiscreme oder verpackte Lebensmittel, die Milch enthalten) meiden.
Was sollte ich also am Tag vor dem Test essen? Ich verrate es Ihnen: zum Frühstück Tee und Schär Zwieback, mittags gegrilltes Steak, nachmittags Tee mit Schär Snackers und zum Abendessen weißen Reis. Ist doch gar nicht so schlecht, oder?
Am Morgen des Laktoseintoleranztests musste ich fasten – nur Wasser war erlaubt. Nachdem ich eine Reihe von Fragen zu meinen Symptomen und meinem Gesundheitszustand beantwortet habe, musste ich in einen speziellen Beutel atmen. Dann bekam ich ein Päckchen mit Laktosepulver, das ich in einem halben Glas Wasser auflösen sollte. Nachdem ich dies getrunken hatte, musste ich den Atemtest alle 30 Minuten wiederholen. Das Ganze dauerte etwa drei Stunden, die Ergebnisse zeigen dem Arzt, ob man laktoseintolerant ist oder nicht.
In meinem Fall war die Diagnose eindeutig: Ich gehöre zu den vielen Menschen, die einen Mangel am Enzym Laktase haben, das die Verdauung von Laktose ermöglicht. Kurz gesagt: Ich bin laktoseintolerant und muss in Zukunft auf den Verzehr von Mozzarella und Milchschokolade verzichten. Aber es ist nicht alles verloren: Meine neuen Schoko-Lieblingskeke Schär Cioccolini sind zum Glück 100% laktosefrei!“