Welches Kind liebt keine Süßigkeiten? Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass der Reiz nach Süßem angeboren ist. Der Grund: Der Geschmack von Zucker verspricht einen Schub an Energie, die wir brauchen, um uns fortzubewegen, zu denken, gestalterisch tätig zu werden und sogar um zu atmen und zu schlafen.
Genuss in Maßen statt Verbote
Grundsätzlich ist der Verzehr von Süßigkeiten unbedenklich, solange man es dabei nicht übertreibt. Ein striktes Verbot ist meist nicht sinnvoll: Was Kinder nicht haben dürfen, wird nur umso interessanter. Wenn Süßigkeiten zum absoluten Tabu werden, führt das letztlich oft dazu, dass Kinder heimlich oder bei ihren Freunden zu Hause naschen. Statt das Thema zu stigmatisieren, ist es wirksamer, Kindern einen bewussten Umgang mit Süßem beizubringen: Naschereien sind etwas Besonderes und nichts Alltägliches.
Glutenfreier Genuss ohne schlechtes Gewissen
Eine glutenfreie Ernährung bedeutet keineswegs, auf Süßigkeiten verzichten zu müssen. Selbst die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bestätigt, dass Genuss in Maßen erlaubt ist. Allerdings gelte es auch, einige wichtige Regeln zu beachten. Süßigkeiten mit hohem Zucker- und Fettgehalt, darunter Lebensmittel mit Saccharose, sollten nicht mehr als 10 % des Energiebedarfs decken. Je kleiner der Anteil, desto besser. Desserts sollten laut DGE nicht vor der Hauptmahlzeit verzehrt werden und diese auf keinen Fall ersetzen. Selbstverständlich kann man auch mal eine Ausnahme machen – etwa an Geburtstagen, zu Weihnachten oder an ähnlichen Anlässen. Generell ist es aber wichtig, diese Richtlinien einzuhalten, damit das Naschen für Kinder ein besonderes Genusserlebnis bleibt. Alle diese Grundsätze gelten auch für glutenfreie Desserts.
Einige Tipps für den süßen Hunger
Im Folgenden findest du einige Tipps, damit du den Kleinen eine Freude machen kannst, ohne dabei auf gesunde Gewohnheiten zu verzichten.
- Eine bewährte Möglichkeit, für einen kontrollierten Umgang mit Süßem zu sorgen, sind festgelegte Wochenrationen: Kinder bekommen eine bestimmte Menge an Süßigkeiten, die sie über die Woche verteilt essen dürfen.
- Bewahre die Süßigkeiten an einem eigens dafür bestimmten Ort auf, zum Beispiel in einer „Naschlade“. Du solltest den Inhalt aber immer im Auge behalten.
- Vorbildwirkung statt leere Worte Auch du selbst solltest mit gutem Beispiel vorangehen und deinen eigenen Süßigkeitenverzehr einschränken.
- Achte auf eine ausgewogene Ernährung: Neben Gemüse, Obst, Fleisch und Fisch solltest du Naschereien nur in Maßen genießen und einen aktiven Lebensstil pflegen.
- Naschen als Belohnung oder Süßigkeitenentzug als Bestrafung einzusetzen, ist nicht sinnvoll. In den Augen der Kinder steigt der Wert von Süßem so ins Unermessliche und es entsteht ein Abhängigkeitsgefühl.
- Zuckerhaltige und süße koffeinhaltige Getränke fallen ebenfalls in die Kategorie Süßigkeiten und sollten nur in Maßen konsumiert werden.
- Einige dich mit deinem Kind vor dem Einkaufen darauf, dass es sich eine Leckerei aussuchen und selbst entscheiden darf, wann es die Süßigkeit essen möchte. So wissen die Kleinen, worauf sie sich freuen können, und das ständige Betteln und Quengeln haben ein Ende.
- Süßigkeiten dürfen niemals eine Mahlzeit ersetzen.
- Und ganz wichtig: Nicht das Zähneputzen vergessen.
Diese Empfehlungen zum Süßigkeitengenuss gelten sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Für Kinder mit Zöliakie ist es nichts Neues, auf bestimmte Ernährungsgewohnheiten zu achten. Daher ist es vermutlich nicht besonders schwer, diese Tipps umzusetzen. Allerdings sind Kinder bekannt dafür, die Regeln so auszulegen, wie es ihnen passt. Der Trick besteht darin zu wissen, wann man es mal nicht zu genau nehmen muss, und wann eine gewisse Strenge angesagt ist.