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Einst ein Lieblingsgetreide der Azteken, Inkas und Mayas, ist dieses nahrhafte Pseudogetreide heute wieder ein Favorit auf dem Teller vieler Menschen.

Amaranth hat im Laufe seiner 8.000-jährigen Geschichte viele Bezeichnungen erhalten. Die Azteken glaubten, er besitze übernatürliche Kräfte und nannten ihn "die Nahrung der Immunität". Die spanischen Eroberer hielten ihn für böse und verurteilten jeden, der ihn anbaute, zum Tode. Nach seiner Ankunft in Indien wurde er als "Ramdana" bezeichnet, was "Gottes Korn" bedeutet. An vielen anderen Orten wurde und wird er als Unkraut betrachtet. Und im Zuge gesunder Ernährungstrends des 21. Jahrhunderts wird Amaranth zunehmend als Superfood angesehen.

Und tatsächlich: Dieses winzige, uralte Getreide ist ein echter Volltreffer, wenn es um Nährstoffe geht, darüber hinaus wächst es erstaunlich schnell und benötigt wenig Pflege. Hier erfährst du mehr über dieses lateinamerikanische Korn – von der Frage, was es eigentlich ist, bis hin zu den vielen Möglichkeiten, die es dir bei der Erweiterung deines glutenfreien Speiseplans bietet.

Was ist Amaranth?

Amaranth ist ein Pseudogetreide, d.h. es gehört nicht zur Familie der Poaceae-Gräser wie "echte" Getreidekörner (z.B. Hafer und Hirse), hat aber ein ähnliches Nährwertprofil und wird auf ähnliche Weise verwendet. Es ist in Amerika (Mexiko, Mittelamerika und den südamerikanischen Anden) beheimatet, wo es seit 8.000 Jahren angebaut wird.

Mit 8-9 mg Eisen pro 100 g ist Amaranth nicht nur eine sehr gute Eisenquelle: Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist er ein eigenständiges Superfood, denn er enthält nicht nur eine beeindruckende Reihe essenzieller Vitamine und Mineralstoffe, sondern ist wie seine Pseudogetreide-Geschwister Quinoa und Buchweizen ein Protein-Kraftpaket: Er enthält alle neun essenziellen Aminosäuren und ist damit ein vollständiges Protein.

Aufgrund seiner unkrautähnlichen Eigenschaften kann Amaranth auch auf wenig nährstoffreichen Böden und unter trockenen Bedingungen gedeihen. Hinzu kommen eine hohe Widerstandsfähigkeit und geringer Wasserbedarf.

Was ist Amaranthmehl?

Amaranthmehl ist das Mehl, das durch Mahlen von Amaranthsamen zu einem feinen Pulver entsteht. Da dazu Amaranth-Vollkornsamen verwendet werden, ist es genauso nahrhaft wie die Körner selbst. Die Verwendung von Amaranthmehl in deinen Teigen ist daher eine gute Möglichkeit, den Nährwert deiner Backwaren zu erhöhen.

Ist Amaranth glutenfrei?

Wie seine Pseudogetreide-Geschwister ist auch Amaranth von Natur aus 100% glutenfrei. Wir können also der ohnehin schon langen Liste ernährungsphysiologischer Vorteile, die dieses uralte Superkorn bietet, den Zusatz "geeignet für Menschen mit Zöliakie" hinzufügen.

Wie sieht Amaranth aus und wie schmeckt er?

Amaranth gibt es als Korn, Mehl und Flocken. Amaranthkörner sind winzig. Mit einem Durchmesser von einem Millimeter sind sie nach Teff die zweitkleinsten Körner. Im rohen Zustand sind sie in der Regel sandfarben und gekocht ähneln sie hellbraunem Kaviar.

Man sollte von dieser geringen Größe jedoch nicht auf den Geschmack schließen. Das uralte Superfood hat einen milden, nussigen, erdigen, leicht pfeffrigen Geschmack, der sich hervorragend eignet, um jeder Mahlzeit das besondere Etwas zu verleihen.

Wofür wird Amaranth verwendet?

Amaranth ist sehr vielseitig und wird als Korn, Mehl und sogar gepoppt wie Popcorn verwendet. In der Tat ist gepoppter Amaranth neben Honig die Hauptzutat für einen beliebten süßen Snack, der in Mexiko als Alegría ("Freude") bekannt ist und dort oft als traditionelle Leckerei am Tag der Toten gegessen wird. Auch als Frühstücksmüsli, in Müsliriegeln und als nahrhafte Salatbeilage wird gepoppter Amaranth immer beliebter.

Als Vollkorngetreide kann er zu Brei und Polenta verarbeitet, als Beilage serviert und als Verdickungsmittel in Suppen eingerührt werden. Als Mehl kann er den meisten Backwaren hinzugefügt werden, und aus den Samen lässt sich Amaranthöl gewinnen.

Ist Amaranthmehl glutenfrei?

Genau wie das Getreide, aus dem es hergestellt wird, ist Amaranthmehl zu 100% natürlich glutenfrei. Sein milder Geschmack macht es zu einer beliebten Option für glutenfreie Brote, Muffins, Cracker und Pfannkuchen. Um eine optimale Konsistenz und Textur zu erhalten, sollte man Amaranthmehl am besten in Kombination mit anderen glutenfreien Mehlen verwenden. Wir empfehlen, es mit einer Mischung aus Mais-, Reis- und Buchweizenmehl zu mischen – so wie wir es in unseren eigenen Produkten verwenden.

Amaranth in Schär-Produkten

Du findest Amaranthmehl und -Flocken in einigen unserer Produkte. Während Amaranthmehl zum Beispiel unsere Mehrkornbrötchen BIO Panini Cereal unwiderstehlich macht, sorgen Amaranth-Flocken bei unserem Bio-Haferflockenbrot Pure & Active sowie dem Fruit Müsli und dem Choco Müsli für die Extraportion Genuss.

Wie du Amaranth kochst und was du dazu essen kannst

Roher Amaranth enthält Bestandteile, welche die Aufnahme bestimmter Nährstoffe blockieren. Diese können jedoch durch Erhitzen entfernt werden. Daher solltest du die  Amaranthkörner entweder rösten oder in der doppelten Menge Brühe ca. 35 Minuten lang kochen – nur so erhältst du den vollen Nährwert des Korns. Auch wenn du Amaranth kochst, kann das vorherige Rösten dem Gericht zusätzlichen Geschmack und Biss verleihen. Und wenn du Lust auf gepoppten Amaranth hast, erhitzt du die Körner einfach in einer Pfanne und kannst beobachten, wie sie aufpoppen.

Amaranth lässt sich besonders gut mit anderen würzigen Zutaten aus den Anden und dem mittelamerikanischen Raum kombinieren, z.B. mit Kürbis, Mais, Avocado, Bohnen, Chili, Vanille und Schokolade. Bereite ein reisfreies Amaranth-Kürbis-Risotto zu, streue gepoppten Amaranth über einen Avocado-Salat, mach dir ein Amaranth-Porridge mit Kakaopulver zum Frühstück oder serviere gekochten Amaranth einfach als leckere Beilage zu deinem Lieblingsgericht.

Amaranthmehl und -Flocken lassen sich ebenso gut zum Kochen verwenden. Mische sie in deinen Pfannkuchen-Teig, Yorkshire-Pudding oder sogar Fish & Chips. Füge sie zu deinen glutenfreien Brotmehlmischungen hinzu oder mische sie unter deine Gebäckteige.