Fast 15 Jahre liegt meine Zöliakie-Diagnose nun schon hinter mir! Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit verfliegt, oder? Auch wenn ich rückblickend kurz nach meiner Diagnose noch keine Ahnung davon hatte, wie die strikt glutenfreie Diät mein Leben beeinflussen würde, haben wir uns echt gut arrangiert. Sowohl im Alltag als auch auf Reisen. Selbst wenn sich vieles in meinem Leben geändert hat, hat mir die Diagnose meine zwei liebsten Passionen nicht nehmen können: Das Reisen und meine Liebe zu leckerem Essen!
Wie haben sich meine Reisen verändert?
Nicht nur mein Alltag hat sich mit der Diagnose verändert, sondern auch das Reisen. Während viele Betroffene nach ihrer Diagnose ihre Reiseziele insbesondere im Hinblick auf das glutenfreie Essenangebot auswählen, entscheiden bei mir nach wie vor mein Herz oder der Finger auf der Weltkugel. Wenn ich mir erst einmal ein Ziel in den Kopf gesetzt habe, geht es im nächsten Schritt an die Recherche, wie das glutenfreie Angebot vor Ort aussieht. Und da sind wir auch schon beim wichtigsten Punkt: Die Vorbereitung!
Vorbereitung
Während ich vor meiner Diagnose Reiseführer und Travelblogs gewälzt und detaillierte Pläne zu Sehenswürdigkeiten, Museen und besonderen Orten gemacht habe, hat sich insbesondere die Reisevorbereitung verändert. Neben den klassischen Sightseeing-Highlights gehören seit der Diagnose auch glutenfreie Restaurants, Cafés, Bäckereien und Supermärkte mit auf die Reise-Wunschliste und werden bei Google Maps markiert. So bin ich bestmöglich vorbereitet und kann nichts verpassen! Weder Sehenswürdigkeiten, noch tolle glutenfreie Hotspots!
Ja, das Thema Essen hat seit der Diagnose generell einen viel höheren Stellenwert bei der Reiseplanung bekommen. Bekomme ich auf der Hin- und Rückreise etwas zu Essen? Muss bzw. kann ich es für den Flug vorbestellen? Was ist, wenn das Essen vergessen wird? Habe ich genügend Ersatz für den Notfall mit? Wo bekomme ich Frühstück? Ist das sicher? Gibt es vor Ort glutenfreie Lebensmittel oder muss ich noch mehr Vorräte mitnehmen? Wo finde ich etwas zu Mittag und ist mein Abendessen auch safe? Was kann ich als Snacks zwischendurch essen? Das sind klassische Fragen, die mit vorab fast schon unterbewusst durch den Kopf gehen.
Nie ohne Snacks
Egal, wie gut das Angebot an glutenfreien Speisen vor Ort auch sein mag. Ohne Snacks und etwas Wegzehrung mache ich mich nie auf den Weg! Durch die Zöliakie habe ich gelernt, immer für den Worst-Case vorbereitet zu sein. Wie heißt es so schön? Lieber Haben als Brauchen? Seit Anfang an begleiten mich da immer süße und herzhafte Leckereien von Schär. Seien es Doppelkekse, Saltí, Choko Chip-Cookies oder andere leckere Snacks!
Tipps für die Reiseplanung habe ich euch hier schon einmal aufgeschrieben.
Die Unterkunft
Nicht nur die Reisevorbereitung, sondern auch das Reisen an sich hat sich mit der Zöliakie-Diagnose geändert. Während ich mir früher (vor der Diagnose) kaum Gedanken zur Unterkunftsart gemacht habe, wähle ich heute am liebsten Apartments oder Ferienwohnungen. So habe ich im Notfall immer die Möglichkeit, mein Frühstück oder auch eine andere Mahlzeit zubereiten zu können. Tatsächlich macht mir das mein Leben unterwegs leichter und nimmt die ein oder andere Sorge!
Marmeladenglasmomente
Auch wenn es komisch klingen mag, habe ich das Gefühl, dass ich durch die Zöliakie noch offener geworden bin und noch viel schneller mit Menschen ins Gespräch komme als vor der Diagnose. Irgendwie klar, wenn man immer erklären und nachfragen muss, wie Dieses oder Jenes zubereitet wird und was genau darin enthalten ist.
Tatsächlich werden mir viele dieser Begegnungen, Gesten und Gespräche wie Marmeladenglasmomente für immer im Herzen bleiben. Sei es die Hostelbetreiberin in Mexiko City, die zum Frühstück direkt losgelaufen ist, um glutenfreie Tortillas für mich zu besorgen, mein Gastbruder in Nepal, der extra Cider für mich besorgt hat, damit ich mit ihm anstoßen kann oder meine Vermieterin in Südafrika, die mir extra glutenfreie Snacks als Betthupferl auf den Nachttisch gelegt hat, damit ich auch etwas zum Naschen habe!
Rezepte & Ideen als Souvenirs
Und noch etwas hat die Diagnose mit sich gebracht: Seitdem ich mit Zöliakie reise, bringe ich mir nicht nur klassische Souvenirs von meinen Reisen mit, sondern auch besondere Rezepte und Wunsch-Gerichte. Selbst wenn das Angebot an glutenfreien Gerichten unterwegs oftmals wirklich gut ist, gibt es immer wieder landestypische Leckereien, die weder von Natur aus glutenfrei, noch in der glutenfreien Variante vor Ort zu bekommen sind. Bedeutet: Auf die Wunschliste schreiben und Zuhause selber kreativ werden! So haben es auf der letzten Reise nach New York auch die French Toast Waffeln auf meine Liste geschafft, die ich in einem Restaurant auf der Speisekarte entdeckt habe!