fodmaps

Was sind FODMAP’s?

Was sind FODMAPs? Das Phänomen Reizdarm tritt sehr häufig auf: Schätzungsweise 10 bis 20%(1) der Bevölkerung weltweit haben ein Reizdarmsyndrom, in Deutschland liegt die Häufigkeit bei ca. 15% (2). Die Ernährung, z. B. eine FODMAP-arme Diät, kann die Symptome lindern.

Unter dem Begriff FODMAP werden bestimmte Kohlenhydratverbindungen zusammengefasst, die zu Verdauungsbeschwerden, wie Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen, führen können. Ganz konkret steht die Abkürzung für

fermentierbare
Oligosaccharide
Disaccharide
Monosaccharide und
Polyole.

Auch Fruktane, welche z. B. im Weizen oder in Weizenmehl vorkommen, zählen zu den FODMAPs. FODMAPs sind in einer Reihe von Nahrungsmitteln enthalten, einschließlich Weizen, Roggen, Hülsenfrüchten, verschiedenen Obst- und Gemüsesorten, Milch, Joghurt, Honig und auch Produkten wie zuckerfreien Pfefferminzbonbons.

Welche Nahrungsmittel viele oder wenige FODMAPs enthalten, findest du ausführlicher in der Broschüre „Reizdarm – Ernährung als Therapie“.

Wie können FODMAPs Symptome eines Reizdarms auslösen?

FODMAPs haben im Darm ein großes Wirkspektrum. Bei einem gesunden Menschen wandern Lebensmittel durch den Verdauungstrakt und mischen sich dort mit verschiedenen Verdauungssäften, um sie Stück für Stück abzubauen. Die Nährstoffe aus der Nahrung werden dann vom Körper aufgenommen und die Abfallprodukte werden über den Stuhl entfernt.

Article172_INFOGRAPHC 2_DE.jpg

Einige FODMAPs sind dagegen schwieriger zu durchbrechen und können bei allen, die einen empfindlicheren Darm haben, Beschwerden verursachen. Wenn FODMAPs den Dünndarm erreichen, bleiben sie dort und binden Wasser. Dies führt zu einer erhöhten Wasserpassage durch den Darm, was Durchfall begünstigt. Werden FODMAPs im Dünndarm nicht gut aufgenommen und erreichen so den Dickdarm, werden sie von Bakterien fermentiert (Gärungsprozess), was zur Gasproduktion führt. Diese Gase sind beispielsweise für Blähungen und Bauchschmerzen verantwortlich.

Article172_INFOGRAPHC_DE.jpg

FODMAP-arme Ernährung kann helfen

Artcile172_Panini 6 front focus.jpg

Mit deinem behandelnden Arzt oder Ernährungsexperten kannst du besprechen, ob du für einen begrenzten Zeitraum die Zufuhr von FODMAPs einschränken solltest. In manchen Ländern hat sich die FODMAP-arme Ernährung beziehungsweise die Low FODMAP-Diät bereits als Therapie etabliert, da sie bei einem Reizdarmsyndrom vielversprechende Ergebnisse liefert (3). Studien konnten zeigen, dass sich die Symptome mit einer Low FODMAP-Diät bei bis zu 70% der Reizdarmpatienten verbessern lassen (4). Da eine Ernährung mit wenigen FODMAPs die Lebensmittelauswahl deutlich einschränkt, solltest du dich von einem Ernährungsexperten begleiten lassen. So ist gesichert, dass du dich trotzdem ausgewogen ernährst und es zu keinen Mangelerscheinungen kommt. Auch ist es ratsam, nur eine begrenzte Zeit die Low FODMAP-Diät durchzuführen und dann Schritt für Schritt die weggelassenen Lebensmittel wieder aufzunehmen. So findest du am besten heraus, was in welcher Menge bei dir Symptome hervorruft. Nicht alles, was glutenfrei ist, ist auch im Rahmen einer Low FODMAP-Diät geeignet – und andersherum.

Schär bietet eine Reihe von Lebensmitteln an, die von der Monash University als FODMAP-arme Produkte getestet und zertifiziert wurden. Leckere Rezepte zur Umsetzung findest du hier.

Quellen:

1. Enck, P. et al. (2016) Irritable bowel syndrome. Nat. Rev. Dis. Primers
2. Althaus, A et al. (2016) Gastroenterologie [Rome III Criterien]
3. Gibson PR (2017) Evidence for the low FODMAP diet in IBS. Elsevier
4. Halmos, E.P. et al.: A diet low in FODMAPs reduces symptoms of irritable bowel syndrome.