Wie entsteht Zöliakie?

Wie entsteht Zöliakie?

Zöliakie ist eine komplexe Pathologie, die durch das Zusammenspiel verschiedener genetischer und exogener Faktoren verursacht wird

Genetische Faktoren

Dass auch genetische Faktoren mitspielen, wird dadurch bestätigt, dass im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung bei Verwandten ersten Grades eine zehnfach höhere Zöliakie-Rate beobachtet wird. Die zahlreichen Gene, die die erbliche Veranlagung steuern, sind jedoch noch nicht alle erforscht. Wichtig unter diesen sind einige Faktoren des HLA-Systems, einem Genkomplex, dessen Aufgabe es ist, körperfremde Moleküle zu erkennen. Bei den meisten Zöliakie-Betroffenen (mindestens 95%) werden eine genetische Disposition (HLA-DQ2 und DQ8) festgestellt. Die HLA-DQ2/DQ8 sind zwar notwendig, damit sich die Krankheit entwickeln kann, doch sind sie nicht alleine dafür verantwortlich. Denn dieselben genetischen Faktoren wurden auch bei einer großen Anzahl von gesunden Menschen (20-30% der allgemeinen Bevölkerung) beobachtet.

Der Nachweis von HLA-DQ2 und HLA-DQ8 bedeutet aber nicht, dass die Zöliakie auch tatsächlich auftritt. Das Risiko ist jedoch deutlich erhöht. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die Kinder regelmäßig auf Zöliakie-Antikörper testen zu lassen.

Bei Kleinkindern ist es allgemein wichtig, auf die Stilldauer und Gluten-Einführung zu achten. Hohe Glutendosen im ersten Lebensjahr begünstigen, bei vorhandener genetischer Veranlagung, die Entwicklung einer Zöliakie.

Exogener Faktor

Der einzige bisher bekannte exogene Faktor, der bei Zöliakie eine Rolle spielt, ist die Präsenz von Gluten in der täglichen Ernährung des Menschen.