Glutenfrei mitten in Afrika

Glutenfrei mitten in Afrika

Im entlegenen Gambo in Äthiopien meistert der Piemonteser Padre Renzo gleich zwei große Aufgaben.

In seiner Mission sorgt er für die Ärmsten der Armen – und er hat Zöliakie! Hier gewährt er Dir spannende Einblicke in seinen glutenfreien Alltag mitten in Afrika.

Ein Leben für die Mission

Article73_Afrikanische Frauen

Mehr als dreißig Jahres ist es her, als Padre Renzo aus dem Piemont in das entlegene äthiopische Dorf Gambo gelangte. Damals, erzählt der Padre, stand er quasi vor dem Nichts, einem Ort, in dem die Lepra wütete, und es den Menschen einfach an allem fehlte. Mit vielen Jahren Missionserfahrung im Gepäck – nach seinem Studium in London hatte er fünf Jahre als Missionar in Kolumbien gelebt – baute Padre Renzo hier in Äthiopien eine kleine Welt der Hoffnung auf: Zunächst errichtete er ein Krankenhaus für Leprakranke. Rund um diese überlebenswichtige Einrichtung entstanden mit der Zeit ein Lehmhäuschen nach dem anderen für die Angehörigen, ein Kirchlein und schließlich auch eine eigene Farm, mit der sich Renzo und „seine Familie“ selbst versorgen können.

Eine Hand wäscht die andere

Ganz nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ unterstützen die Bewohner des Dörfchens Padre Renzo eifrig bei seiner Arbeit im Haus, auf den Feldern und bei den Tieren. Renzo liebt seine Arbeit, auch wenn es oft nicht einfach ist, wie er erzählt: „Den Menschen fehlt es hier an grundlegender Bildung, selbst die für uns einfachsten Dinge überfordern sie. Man muss ihnen beispielsweise viele Male zeigen, wie man eine Tür aufsperrt, ohne dabei jedes Mal den Schlüssel abzureißen!“ Verständlich, dass er sich in dieser Situation seine glutenfreien Speisen am liebsten selbst zubereitet.

Von glutenfreiem Brot und Kuchen

Article73_Afrika Haende Brot

In seiner Küche hat sich Padre Renzo ein eigenes Tischchen reserviert, auf dem er seine glutenfreien Brote, Nudeln, Mehle und auch die eine oder andere süße Köstlichkeit von Schär aufbewahrt. „Ich habe ein paar Mal versucht, selber nach Rezept glutenfreies Brot zu backen“, lacht der Padre. Daraufhin hat er doch lieber aufs glutenfreie Kuchenbacken umgesattelt, was ihm mit tatkräftiger Unterstützung der Ordensschwestern, die immer wieder in die Mission kommen, auch recht passabel gelungen ist.

Um glutenfrei einzukaufen, muss Padre Renzo eine Tagesreise in die Hauptstadt Addis Abeba unternehmen. Seine „Hauptbezugsquelle“ für glutenfreie Produkte ist deshalb seine Schwester, die ihm regelmäßig große Pakete mit Köstlichkeiten von Schär schickt.

Glutenfreie Familienbande

Nachdem Padre Renzo über 13 Jahre lang Verdauungsbeschwerden hatte, und auch nichts gegen seine Migräne zu helfen schien, ließ er sich bei einem Besuch in der Heimat Piemont genauer untersuchen. Zurück in Gambo erreichte ihn dann überraschend die Nachricht über seine Glutenintoleranz. Via Internet informierte er sich über sein künftiges glutenfreies Leben und startete seine Diät vorerst nur mit Reis, Fleisch und Gemüse. Nur ein halbes Jahr später erhielt auch Renzos Schwester die Diagnose Zöliakie. Gemeinsam mit einer Nonne, die wie Renzo sehr entlegen in einer Mission in Afrika lebt, tauschen sie untereinander laufend Neuigkeiten, gute Tipps zum Thema Zöliakie und auch glutenfreie Produkte aus.