Gluten Sensitivity Diagnose durch Zufall

Gluten Sensitivity Diagnose durch Zufall

Gluten Talk: Menschen mit einer Gluten-Unverträglichkeit erzählen aus dem Alltag!

Dagmar Gäbler aus Berlin, die selbst eine Gluten Sensitivity hat, berichtet über ihre Erfahrungen damit und wie es zu ihrer Diagnose kam:

Vor etwa sechs Jahren haben meine Probleme mit glutenhaltigen Lebensmitteln begonnen. Von heute auf morgen hatte ich fast täglich ziemlich starke Bauchschmerzen und mir war oft übel. Ständig hatte ich diese Krämpfe, aber am schlimmsten war, dass ich so oft zur Toilette musste.
Dann folgte ein wahrer Ärzte-Marathon mit allem Drum und Dran: Darmspiegelung, Ultraschall, Computertomografie und natürlich auch die üblichen Tests auf Laktose- und Fruktose-Intoleranz. Doch es fand einfach niemand heraus, was mit mir los war. Und das machte mich wirklich fertig.

Article28_Aeltere Paare im Herbst Park liegen

Als ich mich eines Tages erneut auf den Weg zu meinem Arzt machte, hatte dieser urlaubsbedingt geschlossen, und ich suchte die Vertretung auf. Dort wurde mir eine befreundete Ärztin an der Charité empfohlen, die Seminare zum Thema Lebensmittelunverträglichkeiten hielt. Da bin ich dann einfach hingegangen und habe einen Vortrag hierzu besucht. Das war das erste Mal, dass ich von einer Gluten Sensitivity gehört habe.
Ich sprach bei der nächsten Untersuchung meinen Arzt hierauf an, der mir erzählte, dass es sich bei Gluten um ein Klebereiweiß handelt, das in vielen Getreidesorten wie Weizen, Gerste oder Roggen und somit auch in einem Großteil unserer Nahrung steckt. Bei einigen Menschen kann der Verzehr von Gluten Magen-Darm-Beschwerden, wie beispielsweise Übelkeit oder Bauchschmerzen auslösen. Und genau diese Glutenunverträglichkeits-Symptome zeigten sich ja auch bei mir.

So ließ ich mich auf Zöliakie hin untersuchen. Trotz negativem Ergebnis habe ich dann versuchsweise mit Unterstützung der Ärzte Gluten beim Essen weggelassen und mich auf Portalen wie www.gluten-unvertraeglichkeit-erkennen.com informiert. Und tatsächlich: Die Beschwerden waren schon nach drei Tagen völlig verschwunden, und seitdem bin ich vollkommen beschwerdefrei.

Article28_Alte Frau Blick auf die schoene Bergkette

Ich bin überglücklich – ich muss nicht mehr so häufig zur Toilette und fühle mich vor allem wieder viel motivierter! Ich kann wieder unbeschwert leben – spazieren gehen oder im Garten arbeiten, ohne ständig Ausschau nach der nächsten Toilette halten zu müssen. Mit Hilfe der glutenfreien Diät habe ich mein altes Leben wieder zurückbekommen. Heute geht es mir wunderbar, und ich habe überhaupt keine Probleme damit, wenn ich mir bei Freunden beispielsweise mein Essen selbst mitbringe. Die wissen schließlich Bescheid, und ich kann mich nur zu gut daran erinnern, was passiert, wenn ich nicht glutenhaltige Lebensmittel esse.

Eine Diagnose, wie beispielsweise bei der 61-jährigen Dagmar Gäbler, kann oft lange Zeit dauern, weil die Unverträglichkeit und ihre Symptome selbst unter Medizinern noch nicht hinreichend bekannt sind und sehr ähnlich mit zahlreichen anderen Syndromen. Bei manchen Patienten wird deshalb aus Unkenntnis fälschlicherweise die Diagnose Reizdarm gestellt, da die Symptome hier sehr ähnlich sind. Eine konkrete Diagnosestellung wie bei Zöliakie ist bislang nicht möglich, Zöliakie und Weizenallergie müssen jedoch zunächst von einem Arzt ausgeschlossen werden. Wie bei Dagmar Gäbler können die Schmerzen ohne erkennbaren Grund von heute auf morgen eintreten. Ob im Baby-, Kindes- oder Erwachsenenalter spielt dabei keine Rolle. Dank einer glutenfreien Ernährung können jedoch viele beschwerdefrei leben und ihre Lieblingsgerichte – nun glutenfrei – wieder ohne Bedenken genießen. Eine glutenfreie Ernährung sollte jedoch immer mit dem Arzt abgesprochen werden.

Article28_Quinoa Salat mit frischen Tomaten

Eine Glutensensitivität, wie bei Frau Gäbler, folgt meist auf den Verzehr von Gluten, einem Eiweiß, das unter anderem in Weizen, Gerste und Roggen enthalten ist. Eine konkrete Diagnosestellung wie bei Zöliakie ist bislang nicht möglich, Zöliakie und Weizenallergie müssen jedoch zunächst von einem Arzt ausgeschlossen werden. Wie häufig Glutensensitivität auftritt ist noch nicht erforscht, Experten vermuten jedoch, dass Glutensensitivität sehr viel häufiger vorkommt, als Zöliakie. Die Vermeidung glutenhaltiger Nahrungsmittel führt jedoch in relativ kurzer Zeit zur Verbesserung der Symptome von Glutenunverträglichkeit, sollte jedoch mit dem Arzt abgesprochen werden.