Kommt die „Pille“ gegen Zöliakie?

Kommt die „Pille“ gegen Zöliakie?

Die Erforschung von Alternativtherapien zur streng glutenfreien Ernährung bei Zöliakie läuft auf Hochtouren. Es gibt auch vielversprechende Ansätze, aber bisher noch keine wirklich konkreten Ergebnisse.

Die „Pille“

Eine der viel versprechendsten Forschungsrichtungen setzt sich mit dem therapeutischen Einsatz des so genannten Zonulin-Inhibitors auseinander. Zonulin ist ein Protein, welches bei Reizen unterschiedlicher Natur von der Darmschleimhaut abgegeben wird und ihre Durchlässigkeit reguliert. In der akuten Phase von Zöliakie ist der Zonulinspiegel erhöht. Es hat sich herausgestellt, dass ein erhöhter Zonulinspiegel ein entscheidender Faktor bei der Entwicklung von Autoimmunerkrankungen wie der Zöliakie ist.
Durch ein Eiweißfragment namens Inhibitorpeptid, das nach oraler Aufnahme den Darm erreicht und den Zonulinrezeptor hemmt, kann die durch Zonulin erhöhte Darmdurchlässigkeit verhindert werden. Das Ergebnis: Die Darmbarriere wird aufrecht erhalten, wodurch Glutenpeptide gar nicht oder nur erschwert durch die Darmschleimhaut in die jene Bindegewebsschicht gelangen, in der die Immunreaktion stattfindet.
Ob dadurch die „Pille“ für Zöliakiebetroffene geschaffen werden kann, bleibt zwar noch ungewiss, da die Forschung in den Kinderschuhen steckt, aber die bisherigen Ergebnisse sind ermutigend. Anzunehmen ist allerdings, dass ein solches Medikament immer als Ergänzung zur glutenfreien Ernährung zu sehen wäre und nicht deren Ersatz bedeuten würde.

Gentechnik

FAQ_AskAnExpert_67_2_Chemikerin mit Weizen in Labor

Einen Hoffnungsschimmer stellt auch die Gentechnik dar. Ziel ist es, glutenhaltige Getreidearten wie Weizen und Dinkel frei von Gluten zu kreieren. Doch neue Lösungen für Zöliakiebetroffene mittels Gentechnik sind noch in weiter Ferne.
Nach wie vor ist eine lebenslange, streng glutenfreie Ernährung die einzige wirkungsvolle Therapie für Zöliakiebetroffene.