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Duhring-Krankheit: Ursachen, Symptome und Behandlung

DH, die Hautmanifestation von Zöliakie

Wer an Dermatitis Herpetiformis Duhring (DH) leidet, ist stets auch Zöliakiebetroffener; lesen Sie hier mehr über den Zusammenhang zwischen DH und Zöliakie und warum glutenfreie Ernährung auch Patienten mit einer Duhring-Krankheit Linderung ihrer Probleme verschafft.

Dermatitis herpetiformis Duhring (DH) geht stets einher mit einer Zöliakieerkrankung.
Die Dermatitis herpetiformis Duhring-Krankheit (DH) gilt als Hautmanifestation der Zöliakie. Wird also bei einem Patienten eine DH diagnostiziert, geht diese auch automatisch mit der Zöliakie einher. Umgekehrt ist dies jedoch nicht zwangsläufig der Fall. Bei vielen DH Patienten ist die Zöliakie jedoch nur schwach ausgeprägt und wird meist gar nicht bemerkt, bis der Patient den Hautausschlag entwickelt. Die Ursache für diese Kombination lässt sich auf den identischen genetischen Hintergrund zurückführen. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei beiden Erkrankungen dieselben Gene involviert sind. Unser Körper verfügt über so genannte HLA-Antigene, welche die Immunreaktionen steuern. Sie sind vererbt und miteinander verbunden. Bei einer Dermatitis herpetiformis Duhring oder Zöliakie liegen die HLA-Genotypen DR3-DQ2 oder DR3-DQ8 vor. Diese Antigene sind Voraussetzung, um eine DH oder Zöliakie zu entwickeln. Fehlen sie, ist es unwahrscheinlich, dass der Patient an einer der beiden Krankheiten leidet. In Familienstudien wurde festgestellt, dass Familienangehörige von Dermatitis herpetiformis Duhring Betroffenen, oft auch eine DH entwicklen oder an Zöliakie leiden. Es gibt auch eineiige Zwillinge, bei denen bei einem die Dermatitis herpetiformis Duhring und dem anderen nur Zöliakie diagnostiziert wurde.

DH ist eine stark juckende und blasenbildende Hauterkrankung
Die Dermatitis herpetiformis (DH) ist die Form der Zöliakie, die als entzündliche Hauterkrankung in Erscheinung tritt. Sie gilt deshalb als die sogenannte Hautmanifestation der Zöliakie. Die Krankheit wurde erstmals im Jahr 1884 als klinische Entität, also als ein Komplex mehrerer Symptome beschrieben und wurde als solche nach dem Entdecker L.A. Duhr ing benannt . Charakteristisch sind stark juckende Papeln auf der Haut, die meist eine Rotfärbung aufweisen. Durch Zufall entdeckte man 1940 eine erste erfolgreiche medikamentöse Behandlung. Dass es auch einen Zusammenhang mit Zöliakie gibt, stellte man erst Ende der 60er Jahre fest.

DH ist eine seltene Krankheit. Ihre Häufigkeit liegt bei 1:10.000
Die Dermatitis herpetiformis Duhring ist eine ungewöhnliche Krankheit, die praktisch nur bei Menschen mit heller Hautfarbe vorkommt. Genau wie die Zöliakie ist die DH am häufigsten in Irland zu beobachten. Hier ist etwa 1 von 500 Menschen betroffen. In anderen europäischen Ländern liegt die Inzidenz hingegen nur bei rund 1:10.000. Insgesamt tritt die Zöliakie fünfmal häufiger auf als die Duhring- Krankheit. Im Gegensatz zur Zöliakie, die bei Frauen häufiger diagnostiziert wird (im Verhältnis 1:2), sind Männer 1,5-Mal häufiger von DH betroffen. DH kann grundsätzlich in jedem Alter auftreten, am häufigsten jedoch zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr.

Die Dermatitis herpetiformis Duhring ist ein stark juckender Hautausschlag. Bei 90% der Patienten zeigt sich dieser an Ellbogen und Unterarmen. Andere häufig befallene Stellen sind das Gesäß und die Vorderseite der Knie. Generell kann der Ausschlag aber überall auf der Haut auftreten. Die typische Läsion der Duhring-Krankheit stellt sich als rote erhöhte Hautfläche dar, auf der sich Blasen bilden. Mitunter treten diese Blasen auch auf Hautstellen auf, die ganz normal aussehen. Sie sind üblicherweise sehr klein und haben einen Durchmesser zwischen 3 und 10 mm. Da der Ausschlag mit starkem Juckreiz verbunden ist, kratzen sich die Betroffenen meist und die Blasen platzen auf. Zurück bleibt dann ein Wundschorf. Wie alle anderen Krankheiten auch gibt es die Dermatitis herpetiformis Duhring in verschiedenen Ausprägungen, angefangen von der leichten Form mit wenigen Läsionen bis zur schweren Variante, bei welcher der Patient gänzlich mit Hautausschlag bedeckt ist. Sofern sie nicht behandelt wird, ist die DH dauerhaft. Es kann zwar zu einem spontanen, vorübergehenden Nachlassen der Symptome kommen, aber dieses tritt nur bei weniger als 10 % der Patienten auf.

Diagnosemöglichkeiten um eine DH
Erkrankung festzustellen Die Dermatitis herpetiformis Duhring wird mittels eines Hauttests diagnostiziert. Ein kleines Stück Haut (3 mm) wird aus dem Bereich genommen, der normal aussieht, nicht aus dem einer Läsion. Leidet der Patient an der Duhring-Krankheit, so findet man eine als IgA bezeichnete Substanz in seiner Haut. IgA (Immunglobulin A) findet sich im Blut aller Menschen und gehört zu unserem Immunsystem. Im Darm dient das IgA als Schutz gegen Bakterien. Bei einer DHErkrankung bindet sich IgA an bestimmte Hautgewebe. Die Ursache dafür wurde bisher noch nicht gefunden.

Die Bluttests

Da der DH immer eine Glutenunverträglichkeit bzw. Zöliakie zugrunde liegt, werden auch im Blut dieselben Antikörper festgestellt. Bei Dermatitis herpetiformis Duhring und Zöliakie sind im Blut Antikörper gegen bestimmte Gewebe vorhanden. Es handelt sich dabei um die Antigliadin, Ant iendomy s ium- und Gewebstransglutaminase Antikörper. Diese finden sich bei 75% aller Patienten mit DH. Zu beachten ist auch, dass aufgrund der Zottenatrophie auch bei DH bestimmte Mangelerscheinungen wie bei Zöliakie festgestellt werden. Am häufigsten tritt dabei ein Eisen- und Folsäuremangel auf.

Die Dünndarmbiopsie
Bei der Dünndarmbiopsie wird ein kleines Stück der Dünndarmschleimhaut entnommen. Aufgrund der mit der Dermatitis herpetiformis Duhring einhergehenden Zöliakie zeigen sich die typischen Veränderungen im Dünndarmbereich (Zottenatrophie, Zunahme der intraepithelialen Lymphozyten). Die durch Gluten verursachten Schäden im Dünndarm können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Im Fall der Duhring-Krankheit sind sie oft nur geringfügig. Bei fast allen DH Patienten kann nur eine partielle Zottenatrophie nachgewiesen werden.

Eine ausgewogene glutenfreie Ernährung in Kombination mit Medikamenten als Lösung
Eine streng glutenfreie Ernährung stellt die einzig ursächliche und effektivste Behandlung der Dermatitis herpetiformis Duhring dar. Bei den meisten Patienten dauert es jedoch lange (einige Monate bis wenige Jahre) bis eine glutenfreie Ernährung die Symptome der DH zum Verschwinden bringt. Deshalb ist in der Zwischenzeit eine medikamentöse Behandlung erforderlich. Medikamentöse Behandlung Der durch die Dermatitis herpetiformis Duhring verursachte Hautausschlag lässt sich erfolgreich mit dem Medikament Dapson sowie den Sulfonamiden Sulfapyridin und Sulfamethoxypyridazin bekämpfen. Durch die Verabreichung dieser Medikamente verschwindet der Hautausschlag innerhalb einer Woche. Werden sie allerdings wieder abgesetzt, tritt der Ausschlag sofort wieder auf.

Die glutenfreie Ernährung
Eine streng glutenfreie Ernährung lässt den Ausschlag langfristig verschwinden. Bis die Medikamentendosis allerdings reduziert werden kann, dauert es etwa sechs bis acht Monate. Meist können erst nach zwei Jahren die Medikamente ganz abgesetzt werden. Diese günstige Entwicklung ergibt sich nur bei strenger Einhaltung der glutenfreien Ernährung. Sie sollte von einem Ernährungsberater, der Erfahrung mit glutenfreier Ernährung hat, überwacht werden.

DH tritt oft zusammen mit anderen Autoimmunerkrankungen auf
Bei Patienten mit einer Dermatitis herpetiformis Duhr ing oder Zöl iakie kommt es auch häufig zu Autoimmunerkrankungen. Dazu zählen Schilddrüsenerkrankungen, die perniziöse Anämie und Diabetes Typ 1. Idealerweise sollten sich Patienten mit DH oder einer Zöliakie jährlich einer Untersuchung eines entsprechenden Facharztes unterziehen. Es gibt Hinweise darauf, dass eine glutenfreie Ernährung die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen verhindern kann.

Dermatitis herpetiformis Duhring und Zöliakie
Sowohl die Dermatitis herpetiformis Duhring als auch die Zöliakie haben denselben genetischen Hintergrund und werden durch Aufnahme von Gluten verursacht. Im Hinblick auf die Darmerkrankung (Enteropathie) handelt es sich im Wesentlichen um die gleiche Krankheit. Dermatitis herpet i formis Duhr ing kann somit als Zöliakie mit typischem Hautausschlag beschrieben werden. Alle Patienten mit einer Duhring-Krankheit sollten eine glutenfreie Ernährung anstreben, da die Medikamente, die den Ausschlag bekämpfen, keine Auswirkungen auf die Darmanomalie haben. Eine Ernährung frei von Gluten mindert das Risiko langfristiger Gesundheitsprobleme und kann möglicherweise auch andere Krankheiten verhindern, die mit einer Glutenunverträglichkeit einhergehen.

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