Milchallergie und Laktoseintoleranz - Leben ohne Milch

Die Zahl der Menschen, die Probleme mit Milch und Milchprodukten haben, steigt ständig an. Die Begriffe Milchallergie und Laktoseintoleranz werden sehr oft missverstanden oder gleichgesetzt. Dabei handelt es sich um zwei unterschiedliche Dinge. Während die Intoleranz stärker verbreitet ist und meist im Erwachsenenalter auftritt, ist die Milchallergie seltener und typisch für Säuglinge und Kleinkinder. Bei der Intoleranz handelt es sich um einen Enzymmangel. Der Organismus kann den in der Milch enthaltenen Milchzucker, die Laktose, nicht verarbeiten.
Für die Verdauung braucht der menschliche Körper das Enzym Laktase. Ohne Laktase bleibt der Milchzucker unverdaut im Darm und regt die Bildung von Bakterien an. Typische Symptome sind ein unnatürliches Durstgefühl, Durchfall und Blähungen. Reagieren Kleinkinder negativ auf Milch, so ist das meist auf eine Allergie zurückzuführen. Verantwortlich für die allergische Reaktion sind die Proteine der Muttermilch, wie z.B. das Kasein. Im Unterschied zur Intoleranz treten die Symptome bei der Allergie sehr schnell nach der Nahrungsaufnahme auf. Neben Durchfall und Blähungen sind typische Symptome juckende Ekzeme, Nesselfieber, Asthma, Atypische Dermatitis und in schlimmen Fällen ein anaphylaktischer Schock, der zum Herzstillstand führen kann. Die Allergie ist meist mit
dem 10. Lebensjahr überwunden. Nach dem ersten Lebensjahr sinkt die Wichtigkeit der Milch als Nahrungsmittel, die Bildung von Laktase im Darm geht nach einem genetisch vorgesehenen Schema zurück. Im Extremfall verlernt der Darm, Laktase zu produzieren, weshalb Erwachsene eine Intoleranz gegen Milch entwickeln können.
von Dr. Gloria Scarparo - Diätassistentin






